Psychosomatik

Grundsätzliches

In den letzten 30 Jahren hat sich im System der medizinischen Rehabilitation ein indikationsspezifischer stationärer Behandlungsansatz für psychisch und psychosomatisch Kranke etabliert, der unter dem Begriff „Psychosomatische Rehabilitation“ eingeführt wurde. Generell sollen hier die Rehabilitanden durch Rehabilitationsmaßnahmen entsprechend der gesetzlichen Zielrichtung wieder befähigt werden, eine Erwerbsfähigkeit und/oder bestimmte Aktivitäten des täglichen Lebens möglichst in der Art und dem Ausmaß auszuüben, die für ihren persönlichen Lebenskontext angemessen sind.

Durch entsprechende psychotherapeutische und rehabilitationsmedizinische Behandlungen, psychoedukative Programme und Beratungen sollen die krankheitsspezifischen Schädigungen und Funktionsstörungen so gemindert werden, dass die Teilhabe am Arbeitsleben und am gesellschaftlichen Leben wieder hergestellt wird. Psychotherapeutischen Maßnahmen kommt innerhalb dieses integrativ verstandenen medizinischen Rehabilitationsansatzes ein besonderer Stellenwert zu.

Die Paracelsus-Wittekindklinik ist eine psychosomatische Rehabilitationsklinik. Wir verfügen über 100 Betten und behandeln erwachsene Frauen und Männer mit psychischen und/oder psychosomatischen Erkrankungen. Begleitkinder bis zum Alter von sechs Jahren können mit aufgenommen werden.

Schwangere und Patienten, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, können ebenfalls behandelt werden.

Die versicherungsrechtlichen und individuellen Voraussetzungen müssen geprüft und erfüllt sein. Die Rehabilitanden sollten physisch und psychisch in der Lage sein, die entsprechenden Rehabilitationsangebote nutzen zu können. Dabei sollte die An- und Abreise zur Reha-Einrichtung keine übermäßige Belastung darstellen.

Bei fraglicher Indikationsstellung bieten wir ein unverbindliches ambulantes Vorgespräch an.

Indikationen

In der Paracelsus-Wittekindklinik behandeln wir:

  • Depressive Syndrome
  • Angsterkrankungen und phobische Störungen
  • Pathologisches Glücksspiel und Mediensucht
  • Zwangserkrankungen
  • Persönlichkeitsstörungen und andere neurotische Fehlentwicklungen
  • Somatoforme Störungen
  • Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Heißhungerstörung, Übergewicht)
  • Schlafstörungen
  • Reaktionen auf seelische Belastungen
  • Anpassungsstörungen und Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)
  • Somatopsychische Erkrankungen, wie z.B. Psychovegetative Erschöpfungszustände
  • Chronische Schmerzsyndrome

In der Klinik mitbehandelbar sind chronische Krankheits- und Störungsbilder aus dem internistischen, neurologischen und orthopädischen Formenkreis.

Nicht aufnehmen können wir Patienten mit:

  • aktuen Psychosen und psychotischen Dekompensationen
  • Anorexia nervosa mit vital bedrohlichem Untergewicht
  • stoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen
  • akuter Suizidalität
  • ausgeprägten organischen Psychosyndromen
  • Pflegebedürftigkeit

Tiefenpsychologisch/analytisch orientiertes Therapiekonzept

Wir arbeiten in der Wittekindklinik nach einem tiefenpsychologisch/analytisch orientierten Therapiekonzept mit verhaltenstherapeutischen Elementen.

Dieses Konzept wird im Sinne einer allgemeinen Psychotherapie durch kompatible Methoden erweitert und ergänzt, wobei individuell auf das breite Spektrum moderner Interventionsmethoden zurückgegriffen wird.

Dabei gehen wir davon aus, dass die Entstehung von psychosomatischen Erkrankungen von einem multifaktoriellen Ursachenbündel bestimmt wird, bei dem sich konstitutionelle und genetische Prädispositionen, frühe internalisierte - auch unbewusste - Beziehungserfahrungen, erworbene Copingmechanismen des Ichs, aktuelle soziale Beziehungen und Bedingungen sowie physiologisch, biochemisch und immunologisch wirksame äußere Einwirkungen gegenseitig im Sinne einer Ergänzungsreihe verflechten und beeinflussen.

Bei einer differenzierten und individuellen Entwicklung einer Persönlichkeit verstehen wir die psychosomatische Krankheitsentwicklung als ein hochindividuelles Geschehen, welches unabhängig von der Art der psychischen, psychosomatischen oder somatopsychischen Erkrankung durch eine persönliche Ausgestaltung gekennzeichnet ist.