Patienteninfo: Schmerztherapie

Jeder weiß wie unangenehm Schmerzen im Rahmen von Verletzungen oder Erkrankungen sein können und ist froh, wenn durch eine entsprechende Therapie eine schnelle Linderung eintritt. Im Rahmen einer Operation (letztendlich einer künstlich herbeigeführten Verletzung bestimmter Körperstrukturen) treten auch regelhaft Schmerzen auf, nur dass diese ihre Warnfunktion verloren haben. Aus der modernen Schmerzforschung wissen wir, dass Schmerzen neben einer Beeinträchtigung des Wohlbefindens auch zu einer Verlängerung und Komplizierung des Heilungsverlaufes nach Operationen führen können. Weiterhin ist bekannt, dass sich auf dem Boden eines nicht ausreichend therapierten Akutschmerzes ein langwieriges, chronisches Schmerzgeschehen aufbauen kann.

In unserer Klinik halten wir für Sie verschiedene Schmerztherapiekonzepte bereit, um Ihre Schmerzen im Rahmen einer Operation oder akuten Erkrankung effektiv zu therapieren. Unsere Ärzte werden Sie entsprechend beraten und ein für Sie geeignetes Verfahren mit Ihnen gemeinsam auswählen.

In regelmäßigen Abständen wird sich das Pflegepersonal auf den Krankenstationen nach ihren Schmerzen informieren. Hierbei werden Sie gebeten, die Stärke Ihrer Schmerzen auf einer Skala von 0-10 (0=kein Schmerz, 10= stärkster vorstellbarer Schmerz) anzugeben. Sie werden gebeten werden, dies einmal in Ruhe und einmal unter Belastung (z.B. Bewegung, Hustenstoß) anzugeben. Immer wenn Ihre Einstufung einen Wert von 3-4 überschreitet, werden Sie, neben der ohnehin verordneten Schmerzbasistherapie, ein schnell wirkendes Schmerzmittel erhalten. Im Anschluss wird unser Personal den Erfolg der Therapie unaufgefordert bei Ihnen überprüfen. Scheuen Sie sich auch nicht, sich bei Schmerzen von sich aus zu melden oder einen fehlenden Effekt nach Schmerzmittelgabe mitzuteilen. Wir werden dann eine andere Therapieform anwenden.

Zur Akutschmerztherapie im Rahmen von Operationen oder Verletzungen können wir Ihnen die folgenden schmerztherapeutischen Verfahren anbieten:

Zentrale, regionalanästhesiologische Analgesieverfahren (Periduralkatheter)

Bei dieser Form der Schmerztherapie wird Ihnen ein dünner Katheter in die Nähe des Rückenmarkes (Periduralraum) gelegt. Über diesen Katheter erhalten Sie eine kontinuierliche Infusion von Schmerzmitteln. Die Dosierung erfolgt so, dass Sie schmerzfrei sind, die Mobilität jedoch vollständig erhalten bleibt (Unterschied zur Anästhesie bei Operationen). Neben einer ausgezeichneten schmerzstillenden Wirkung zeichnet sich dieses Verfahren durch eine Reihe weiterer positiver Effekte aus. Dieses ist ein integrativer Bestandteil moderner chirurgischer Behandlungskonzepte (sog. fast-track-Chirurgie).

Periphere, regionalanästhesiologische Analgesieverfahren

Dieses Verfahren eignet sich zur Therapie von Schmerzen an Armen und Beinen. Ein kleiner Katheter wird in die Nervenscheide der die Gliedmaße versorgenden Nerven gelegt. Darüber erhalten Sie entweder eine kontinuierliche Infusion oder Injektionen in einem festgelegten Zeitintervall.

Patienten kontrollierte Analgesie (PCA-Pumpen)

Bei diesem Verfahren haben Sie die Möglichkeit, sich bei Bedarf selber mittels einer computergesteuerten Infusionspumpe ein hochpotentes Schmerzmittel zu applizieren. Somit können Sie bei aufkommenden Schmerzen gleich reagieren und sich "selber therapieren". Die Anwendung dieser Pumpen wird zuvor mit Ihnen besprochen und die Bedienung erörtert. Die Programmierung der Pumpen erfolgt so, dass Sie sich ausreichend Schmerzmittel bis zur Schmerzfreiheit geben können, andererseits sind Schutzmechanismen eingearbeitet, damit es nicht zu unangenehmen Nebenwirkungen kommt.

Kontinuierliche Schmerzmittelinfusion (sog. "Würzburger Schmerztropf")

Hierbei erfolgt eine kontinuierliche Infusion einer bestimmten Schmerzmittelkombination in einen Venenverweilkatheter.

Sonstige medikamentöse Therapie

Wenn keins der oben erwähnten Verfahren bei Ihnen zum Einsatz kommt, wird die Therapie in der Regel aus einer Kombination von Schmerzmitteln mit verschiedenen Angriffspunkten kommen (sog. Balancierte Analgesie). Es wird sich meist um eine Kombination lang wirkender Basismedikamente und einer Bedarfsmedikation mit schnell wirkenden Schmerzmitteln handeln. Diese werden Ihnen in verschiedenen Formen (z.B. Tablette, Tropfen, verschiedene Injektionen etc.) verabreicht.

Die Behandlung chronischer Schmerzzustände, welche möglicherweise auch der Grund für eine stationäre Behandlung in unserer Klinik sind, werden in der Regel vorrangig durch die Kollegen der für die Haupterkrankung zuständigen Fachabteilung therapiert. Wir verweisen diesbezüglich auf die Informationsseiten der anderen Abteilungen.

Für die Therapie chronischer Schmerzen, einem Zustand bei dem sich das Schmerzgeschehen verselbständigt hat und zur eigenständigen Schmerzkrankheit wird, werden an der Klinik verschiedene Therapiekonzepte angeboten. Um Ihnen die bestmögliche Therapie zur Linderung Ihrer Schmerzen anbieten zu können, arbeiten alle bei uns etablierten Fachabteilungen eng zusammen (sog. Interdisziplinäres Schmerztherapiekonzept).

Sollten Sie auf Grund eines chronischen Schmerzgeschehen bei uns aufgenommen werden, dürfen wir Sie bitten, sämtliche im Zusammenhang mit der Erkrankung stehenden Befunde und Therapieberichte mitzubringen. Falls Sie ein Schmerztagebuch führen, bringen Sie dieses bitte auch mit in die Klinik.