Blasenzentrum
Golzheim Düsseldorf

Friedrich-Lau-Straße 11 , 40474 Düsseldorf
Sprechzeiten:
 Mo & Do: 08.00 – 16.00 Uhr, nach Vereinbarung, Privatsprechstunde: Di 08.00 - 15.00 Uhr

Blasenkrebs früh erkennen – auf Warnsignale achten.

Blasenkrebs entwickelt sich häufig über lange Zeit ohne klare Beschwerden, weshalb eine frühzeitige Abklärung so wichtig ist. Ein zentrales Warnzeichen ist Blut im Urin, vor allem wenn es schmerzlos auftritt. Auch häufiger Harndrang mit kleiner Urinmenge oder später Schmerzen im Unterbauch bzw. in der Nierengegend können Hinweise sein.

Akute Blasenbeschwerden wie Brennen beim Wasserlassen oder Schmerzen sprechen dagegen meist für Infektionen oder Steine. Da Blasenkrebs im Frühstadium kaum auffällt, kann bereits ein einfacher Urintest wichtige Hinweise liefern. Je früher eine Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.

    • Körperliche Untersuchung des Bauch-, Becken- und Nierenbereichs

    • Urintest zum Nachweis von Blut

    • Ultraschall von Blase und Nieren

    • Zystoskopie (Blasenspiegelung) als wichtigste Untersuchung, inkl. Möglichkeit zur Biopsie

    • NBI (Narrow Band Imaging): verbessert die Sicht auf Blutgefäße und Schleimhäute

    • PDD (Photodynamische Diagnostik): macht kleinste Tumoren durch Farbstoff und Speziallicht sichtbar

    Zur endgültigen Diagnose und zur Bestimmung der Tumortiefe erfolgt meist eine TUR-Blase (Transurethrale Resektion). Dabei wird der Tumor endoskopisch beurteilt und Gewebe entfernt, um das genaue Stadium festzustellen.

  • Die Transurethrale Resektion (TUR-Blase) ist ein sicheres Verfahren zur vertiefenden Diagnostik und Therapie bei Blasenkrebs. Bei oberflächlichen Befunden kann bereits während dieser endoskopischen Untersuchung der Tumor von der Blasenwand abgetragen und entfernt werden.

    Je nach Tiefe der Blasenwandinfiltration und Anzahl der Tumoren wird anschließend entweder eine regelmäßige urologische Kontrolle (Blasenspiegelung in den ersten zwei Jahren alle zwei Monate, im dritten und vierten Jahr halbjährlich, ab dem fünften Jahr einmal jährlich) oder eine Wiederholung des Verfahrens empfohlen.

  • Die transurethrale Resektion mit PDD ist ein etabliertes operatives Verfahren zur Diagnostik und Therapie von Blasentumoren. Durch die photodynamische Diagnostik (PDD) wird vor dem Eingriff ein spezieller Farbstoff in die Harnblase eingebracht, der sich bevorzugt im Tumorgewebe anreichert. Unter blauem Licht leuchtet das veränderte Gewebe auf und kann so deutlich von gesundem Gewebe unterschieden werden. Dadurch lassen sich auch kleine oder flache Tumoren besser erkennen. Dies erhöht die Vollständigkeit der Tumorentfernung und kann das Risiko eines Wiederauftretens reduzieren.

  • Bei tief wachsenden Tumoren, wenn bereits die Muskelschicht der Harnblase betroffen ist (klinisches Stadium pT2 oder mehr) oder bei lokal nicht beherrschbaren Tumoren ist die Blasenkrebs-Therapie aufwändiger. In diesem Stadium wird die Entfernung der gesamten Harnblase empfohlen, die radikale Zystektomie. Beim Mann entfernt man Blase, Prostata, Samenblasen und Lymphknoten im kleinen Becken, bei der Frau werden die Blase, der Uterus, Vaginalwand und die Lymphknoten entfernt. Im Anschluss an die Zystektomie muss eine künstliche Blase, Illeum Condiut oder Neoblase, eingesetzt werden.

  • Nach einer radikalen Blasenentfernung entscheidet der behandelnde Arzt je nach Befund und Tumorstadium, ob eine kontinente oder inkontinente Harnableitung notwendig ist. Zu den inkontinenten Verfahren gehören die Harnleiter-Haut-Fistel und das Ileum-Conduit. Die Harnleiter-Haut-Fistel kommt ohne Darmabschnitt aus, erfordert jedoch häufig eine dauerhafte Schienung der Harnleiter, was einen wesentlichen Nachteil darstellt.

    Ein Ileum-Conduit ist ein künstlicher Harnausgang, bei dem der Urin über die Bauchdecke abgeleitet wird. Dafür wird ein 10–15 cm langes Stück Dünndarm genutzt, an das die Harnleiter angeschlossen und das als Stoma nach außen geführt wird. Der Urin fließt anschließend kontinuierlich über dieses Darmsegment nach außen ab.

  • Die Rekonstruktion der Harnröhre mit einem Transplantat aus Mundschleimhaut gilt heute als Goldstandard für die Behandlung komplexer oder langstreckiger Harnröhrenverengungen. Da die Mundschleimhaut von Natur aus an ein feuchtes Milieu angepasst ist, eignet sie sich hervorragend als Ersatzgewebe innerhalb des Harntrakts. Während des chirurgischen Eingriffs wird ein schmales Stück Schleimhaut meist von der Innenseite der Unterlippe oder der Wange entnommen und präzise in den verengten Abschnitt der Harnröhre eingearbeitet. Ein großer Vorteil dieser Methode ist die hohe Widerstandsfähigkeit des Gewebes gegen Infektionen und die schnelle Einheilung dank der guten Durchblutung. Nach der erfolgreichen Heilungsphase ermöglicht dieses Verfahren den Patienten in der Regel eine dauerhafte und deutliche Verbesserung des Harnabflusses sowie der Lebensqualität.

  • Bei der kontinenten Harnableitung übernimmt eine aus etwa 60 cm Dünndarm geformte Neoblase die Funktion der entfernten Harnblase. Die Harnleiter werden in diese neue Blase eingepflanzt, die anschließend mit Harnröhre und Schließmuskel verbunden wird. Nach einer Eingewöhnungsphase ist so eine weitgehend normale, selbstbestimmte Blasenentleerung über die Harnröhre möglich.

  • Bei fortgeschrittenen Tumoren kann zusätzlich eine Chemotherapie vor oder nach der Operation in Erwägung gezogen werden, um den Behandlungserfolg zu verbessern und das Risiko für die Bildung von Tochtergeschwulsten zu verringern.

    Zur nachhaltigen Behandlung bei Blasenkrebs kann unter Umständen eine Strahlentherapie in Verbindung mit einer Chemotherapie durchgeführt werden.

Dein Ansprechpartner im Blasenzentrum: