Jede Minute zählt: Paracelsus Kliniken rufen zur Woche der Wiederbelebung zum Handeln auf

Vom 21. bis 27. September 2026 findet bundesweit die Woche der Wiederbelebung statt. Die Paracelsus Kliniken nutzen den Aktionszeitraum, um mit klaren Fakten mehr Menschen zu ermutigen, im Ernstfall selbst einzugreifen.

Ein Herzstillstand kommt ohne Vorwarnung, und er kann jeden treffen: den Partner beim Joggen, die Kollegin in der Kantine, den Vater am Küchentisch. Allein in Deutschland erleiden jährlich rund 136.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb einer Klinik, statistisch fast 370 Fälle pro Tag. Die meisten von ihnen ereignen sich zu Hause oder im direkten Umfeld von Angehörigen, nicht in einer Klinik oder in Gegenwart von medizinischem Fachpersonal. In diesem Moment ist deshalb nicht der Rettungsdienst die wichtigste Person am Ort, sondern wer zufällig dabeisteht.

Genau diese ersten Minuten entscheiden über Leben und Tod. Schon nach drei bis fünf Minuten ohne Blutfluss beginnen Gehirnzellen unwiederbringlich abzusterben. Der Rettungsdienst trifft im bundesweiten Durchschnitt jedoch erst deutlich später ein. In dieser Lücke zwischen Kollaps und professioneller Hilfe entscheidet sich, ob ein Mensch überlebt, und zwar allein durch das Handeln der Menschen, die zufällig anwesend sind. Wer in diesem Moment zögert, verliert wertvolle Zeit, die sich später nicht mehr aufholen lässt.

Wie groß diese Lücke tatsächlich noch ist, zeigen die aktuellen Zahlen des Deutschen Reanimationsregisters: Die Laienreanimationsquote lag 2025 bei rund 53,5 Prozent, nach 55,4 Prozent im Vorjahr. Das bedeutet, noch immer erhält fast jeder zweite Betroffene keine Wiederbelebung durch Anwesende, bevor professionelle Hilfe eintrifft. Würde in jedem Fall sofort reanimiert werden, ließen sich laut Deutschem Rat für Wiederbelebung in Deutschland jährlich rund 10.000 zusätzliche Leben retten, allein durch beherztes Handeln von Laien. Nötig dafür ist kein medizinisches Vorwissen, kein Studium und keine Ausbildung, sondern vor allem der Mut, die eigenen zwei Hände einzusetzen.

So funktioniert Wiederbelebung

Prüfen: Ansprechbarkeit und Atmung kontrollieren. Reagiert die Person nicht und atmet nicht normal, zählt jede Sekunde.

Rufen: Sofort den Notruf 112 wählen oder wählen lassen. Die Leitstelle gibt bei Bedarf auch telefonisch Anleitung zur Herzdruckmassage.

Drücken: Mit beiden Händen in der Mitte des Brustkorbs kräftig und schnell drücken, im Rhythmus von rund 100 bis 120 Kompressionen pro Minute, etwa im Takt bekannter Lieder. Wichtig ist, ohne Unterbrechung weiterzumachen, bis professionelle Hilfe übernimmt oder ein Defibrillator einsatzbereit ist.

„Man muss kein Arzt sein, um ein Leben zu retten. Man muss nur bereit sein, im entscheidenden Moment nicht wegzusehen, sondern zu handeln. Genau daran wollen wir mit der Woche der Wiederbelebung erinnern", so Dr. med. Philipp Brand, Chief Medical Officer der Paracelsus Kliniken und Chefarzt für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin.

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