30. Juni 2021

Inkontinenz bei Frauen: Urolastic hilft dauerhaft

Von Blasenschwäche bzw. Inkontinenz sind in Deutschland über 10 Millionen Menschen betroffen, Frauen häufiger als Männer. Durch anatomische und hormonelle Unterschiede sind Frauen in jungen Jahren doppelt so häufig betroffen wie Männer im gleichen Alter und bei den über 60-Jährigen leiden 40 Prozent aller Frauen an Inkontinenz.

Wenn Beckenbodentraining, Einlagen, Medikamente oder andere operative Eingriffe nicht helfen und Patientinnen schon eine lange Leidensgeschichte hinter sich haben, ist Urolastic eine dauerhafte und unkomplizierte Lösung für Frauen mit einer Blasenschwäche in jedem Alter. Die urologische Fachklinik Paracelsus Klinik Golzheim Düsseldorf setzt das Verfahren seit Juni 2021 ein und ist damit die einzige Fachklinik in Düsseldorf sowie eine der wenigen in NRW, die diese Methode zur Behandlung der Inkontinenz anwendet. Damit bietet sie mit ihrem Behandlungsspektrum Frauen die für sie individuell passende Behandlung bei Inkontinenz.

Wie hilft Urolastic bei Inkontinenz?

Urolastic ist eine unkomplizierte Injektion, bei der minimalinvasiv unter einer Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) ein spezieller Kunststoff neben den Harnröhrenschließmuskel gespritzt wird. Die Patientin ist direkt nach dem Eingriff wieder kontinent. „Der Kunststoff wird an vier Stellen um die Harnröhre injiziert und sorgt dafür, dass sich die Harnröhre anhebt“, erklärt Dr. Stephan Siemann, Oberarzt der Paracelsus Klinik Golzheim. „Gleichzeitig wird der Kunststoff vom Körper nicht abgebaut, wodurch er nicht schrumpft und nicht in das Gewebe einwächst, weil er neben und nicht in die Harnröhre injiziert wird. Der Kunststoff bleibt also flexibel, passt sich an die Umgebung an und beeinträchtigt nicht das empfindliche Gewebe der Harnröhre“, erklärt der Oberarzt weiter. Das Verfahren zur Behandlung der Blasenschwäche kann bei Frauen jeden Alters angewandt werden. Bei Bedarf lässt sich das Implantat problemlos durch einen kleinen lokalen Eingriff auch wieder entfernen. „Urolastic ist eine Lösung mit Langzeitwirkung. Eine Belastungsinkontinenz können wir so effektiv behandeln, weil der Verschlussmechanismus der Blase wieder einwandfrei funktioniert – und zwar langfristig “, sagt Dr. Siepmann.

Wie läuft der Eingriff im Krankenhaus ab?

Im spezialisierten Kontinenzzentrum der Paracelsus Klinik Düsseldorf können sich Frauen mit Harninkontinenz umfassend beraten und behandeln lassen. Das minimalinvasive Verfahren ist besonders für Patientinnen geeignet, die sich keiner Vollnarkose unterziehen können oder wollen. Für diesen Eingriff ist nur ein kurzer Krankenhausaufenthalt mit einer Übernachtung zur Nachbeobachtung und nur eine einzige Behandlung nötig. Der Eingriff kann unter einer örtlichen oder einer Vollnarkose durchgeführt werden; je nach Wunsch und körperlicher Verfassung der Patientin. Der Kunststoff wird mithilfe eines Applikators eingesetzt. Die Dosierung kann auf den jeweiligen Schweregrad der Harninkontinenz angepasst werden. Urolastic ist leicht injizierbar und polymerisiert innerhalb von Sekunden nach der Applikation zu einem homogenen, biokompatiblen Elastomer. Urolastic bleibt flexibel und passt sich an die Umgebung an. Die Patientin ist sofort nach dem Eingriff kontinent. „Einige Frauen haben ein paar Tage leichte Schmerzen, weshalb wir sie über Nacht in unserer Klinik zur Beobachtung und Schmerzeinstellung behalten. Aber bereits nach sechs Wochen können sie alle Sport- oder Freizeitgestaltung wieder aufnehmen.“