Patienten-Umfrage
18. November 2021

Patientenvortrag mit Experte von der Uni Köln

Da derzeit kaum Präsenz-Veranstaltungen im medizinischen Bereich möglich sind, organisierte die Paracelsus Klinik Scheidegg für Patienten im Rahmen ihres Therapieangebotes einen interaktiven Vortrag zum Thema Komplementärmedizin bei Krebs. Einer der Referenten war Prof. Dr. Josef Beuth von der Uniklinik Köln.

Naturheilkunde kann die Schulmedizin während der Therapie unterstützen.

Unter dem Motto „Wissen schafft Leben“ fand der Vortrag am vergangenen Wochenende in der Paracelsus Klinik Scheidegg statt. Neben Prof. Dr. med. Josef Beuth, Direktor des Instituts zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Uniklinik Köln, war Nadja Will, selbst betroffene Brustkrebspatientin und Gründerin des deutschlandweit aktiven „Think Pink Clubs e.V. – Gemeinsam für das Leben” als Referentin eingeladen. Rund 40 Patientinnen und Patienten nahmen das Vortragsangebot der Klinik wahr.

Eigentlich war die Veranstaltung im größeren Rahmen geplant. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage und den damit verbundenen Regelungen bzw. Beschränkungen entschied sich die Paracelsus Klinik Scheidegg schon sehr früh, keine externen Besucher zuzulassen. Der Vortrag wurde deshalb im Rahmen des Therapiekonzepts nur für aktuell anwesende Patientinnen und Patienten unter strengem Hygienekonzept durchgeführt. Allerdings konnte auch bei diesem Konzept nur eine streng begrenzte Personenzahl am Vortrag teilnehmen.

Komplementärmedizin als Ergänzung zur Schulmedizin

In kurzweiligen 90 Minuten berichteten Nadja Will und Prof. Dr. Josef Beuth über ihre Erfahrungen mit Krebserkrankungen und inwieweit die Komplementärmedizin im Therapieprozess, z.B. bei Nebenwirkungen, unterstützen kann. Denn Krebs ist zwar eine der häufigsten, aber auch eine der schwersten Erkrankungen, die das Leben der Betroffenen ab dem Zeitpunkt der Diagnose radikal verändert. Beide Referenten wiesen ausdrücklich darauf hin, dass die klassische Schulmedizin für sie unabdingbar sei. Darüber hinaus könne jedoch die Komplementärmedizin einen wesentlichen gesundheitlichen Gewinn für die Erkrankten bringen. Beuth und Will haben sich zusammengeschlossen, um ihre Erfahrungen und ihr Wissen in interaktiven Vorträgen, die sie in verschiedenen Kliniken in Deutschland abhalten, weiterzugeben. Dabei geht es hauptsächlich um die Themen Ernährung, Bewegung, Sport und Psychoonkologie. Geplant ist künftig, die moderne digitale Technik miteinzubinden, um so den Vortrag z.B. direkt in die Patientenzimmer streamen zu können.

Naturheilkunde findet auch in Scheidegg Anwendung

Die Themen Ernährung, Bewegung, Sport und Psychoonkologie sind in der Paracelsus Klinik Scheidegg ebenfalls seit langem fester Bestandteil der Rehabilitation. Die Klinik war sogar die erste Nachsorgeklinik in Deutschland, die die Psychoonkologie in die Therapie aufgenommen hat. Darüber hinaus kommen auch Methoden der klassischen Naturheilverfahren zur Anwendung. Denn die moderne Tumortherapie bietet einerseits einen enormen Fortschritt in der Heilung von Krebs bzw. in der Lebensverlängerung. Andererseits kann sie auch zu chronischen Nebenwirkungen wie z.B. Schlafstörungen, Anspannungen oder klimakterischen Beschwerden führen. Eine pflanzenheilkundliche Begleittherapie in Form von Tees oder Kräuterextrakten kann hier Abhilfe oder zumindest Linderung schaffen.

Vorsicht ist jedoch geboten, z.B. im Bereich Ernährung oder bei bestimmten Präparaten, die z.B. die Vitamindepots im Körper auffüllen sollen. Prof. Beuth informierte, dass es bis zum heutigen Zeitpunkt noch keine spezielle Krebsdiät gäbe. Mit einer ausgewogenen Ernährung, täglich Obst und vor allem Gemüse ist der menschliche Körper eigentlich ausreichend versorgt, Ausnahmen aufgrund von speziellen Erkrankungen oder Therapien natürlich ausgenommen. Das muss aber immer individuell bewertet werden.

Die Patientinnen und Patienten hatten die Möglichkeit, schon während des Vortrags gezielt ihre Fragen an die beiden Referenten zu richten. Und auch nach dem Vortrag war ausreichend Zeit für weitere Fragestellungen, die seitens der Patienten rege genutzt wurde.

„Leider konnten wir den Vortrag aufgrund der aktuellen Situation nur als einen Beitrag zu unserem Therapiekonzept für eine sehr begrenzte Patientenzahl durchführen“, so Klinikmanager Martin Schömig. „Wir hoffen, dass wir diese wirklich informative Veranstaltung zu einem besseren Zeitpunkt für mehr Patienten sowie für weitere Interessierte und Betroffene aus dem Westallgäu noch einmal durchführen können“, ergänzte Schömig.