12. September 2022

Sozialarbeitertagung im Kurhaus Bad Elster

Sozialarbeiter tagen nach Corona bedingten Pause wieder. Veranstaltung in Kooperation der Sächsischen Krebsgesellschaft e. V. und der Paracelsus Klinik am Schillergarten Bad Elster

Bad Elster, 09.09.2022  Einer schönen Tradition folgend, veranstaltete die Sächsische Krebsgesellschaft e.V. in Kooperation mit der Paracelsus Klinik am Schillergarten Bad Elster in diesem Jahr wieder eine Fortbildung für Mitarbeiter*innen der Tumorberatungsstellen und Kliniksozialdienste. Dieser Personengruppe kommt eine wichtige Schlüsselrolle zu, wenn es um die sozial-rechtliche bzw. die psychosoziale Betreuung von Tumorpatienten sowie deren Angehörigen geht. Das dabei nicht nur die eigentliche Erkrankung, sondern jeder Ratsuchende in seiner Gesamtheit und Einzigartigkeit gesehen wird, versteht sich von selbst.

Um diesen hohen Anforderungen gerecht zu werden, ist eine permanente Fort- und Weiterbildung notwendig. Wenn neben interessanten Themen aus Medizin und Recht noch ein breiter Raum für Gespräch und Erfahrungsaustausch geboten wird, kann man von einer gelungenen Veranstaltung sprechen. So fand nach einer Corona bedingten Zwangspause in diesem Jahr die etablierte Fortbildung für die Mitarbeiter*innen der Tumorberatungsstellen und Kliniksozialdienste in Bad Elster statt. Rund 50 Interessenten folgten der Einladung in den vogtländischen Kurort. Als Veranstaltungsort wurde das Königliche Kurhaus in Bad Elster gewählt.

Nach der Eröffnung der Sozialarbeitertagung am Donnerstag durch Univ.-Prof. Dr. med. habil. Ursula G. Froster, Vorstandsvorsitzende der sächsischen Krebsgesellschaft, Dr. Ralf Porzig-Geschäftsführer der sächsischen Krebsgesellschaft und Erik Heyne, Klinikmanager der Paracelsus Klinik am Schillergarten gab es an beiden Veranstaltungstagen ein breites Spektrum an interessanten Vorträgen zu verschiedenen Aspekten einer Krebserkrankung.

Themenbereiche

Inhaltlich wurden viele Themenbereiche dargelegt und herausgearbeitet. Sehr eindrucksvoll wurde durch Dr. med. Michael Schneider, Oberarzt an der Paracelsus Klinik am Schillergarten über die Diagnostik, Therapie, Nachsorge sowie therapieassoziierte Funktionsstörungen bei Bronchialkarzinomen, referiert. Ebenso wurde zu Themen wie „Familienplanung mit bzw. nach Krebs“, „Selbstfürsorge und Achtsamkeitstraining“, über „Musiktherapie“ sowie die „Targeted Therapy – der zielgerichteten Krebstherapie und deren Nebenwirkungen“ vorgetragen. Ein anschauliches Referat zu „DiBiS – Digitale Bewegungsförderung in Selbsthilfegruppen“ hielt M. Sc. Psych. Franziska Loth von der Technische Universität Chemnitz.

Auch sozialrechtliche Themen wie die „finanzielle Absicherung von erkrankten Selbständigen“ oder „Arbeitslosengeldanspruch bei bestehender Krankheit“ wurden thematisiert. Diese und mehr Aspekte bilden für die Mitarbeiter*innen der Tumorberatungsstellen und Kliniksozialdienste wichtige Hintergrundinformationen für ihre Beratungen.

Weiteres Rüstzeug für ihre umfassende Tätigkeit erhielten sie in Vorträgen zum Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen oder der Trauerbegleitung. Jeder kann sich vorstellen, dass es oft nicht einfach ist, mit den Betroffenen über solche Themen zu sprechen. Verschiedene Emotionen und Erwartungshaltungen sowie Rahmenbedingungen sind dabei zu beachten. Deshalb fanden auch besonders diese Themen bei den Teilnehmern der Fortbildung großen Anklang.

Projekte der Krebsgesellschaft

Dr. Ralf Porzig informierte am zweiten Tag der Sozialarbeitertagung über „Aktuelle Projekte der Sächsischen Krebsgesellschaft“ wie zum Beispiel das TelMaCare-Pilotprojekt, welches mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert wird. Dazu wird ein virtuelles Unterstützungs-, Informations-, Begleitungs-, und Betreuungsangebot für Betroffene einer Krebserkrankung und deren Angehörige entstehen. Auch das Angebot an Online Schulungen für Krebspatienten wird ausgeweitet. Weitere Projekte der Sächsischen Krebsgesellschaft sind das Beratungsmobil sowie das Präventionsprojekt „Kinderleicht-Sonnenschutz im Kindesalter“ sein.

Nicht nur die Fortbildung stand im Fokus der Sozialarbeitertagung. Die Teilnehmer nutzten auch die Pausen bzw. die Abendveranstaltungen zum regen Erfahrungsaustausch untereinander. Bestehende Kontakte wurden gefestigt und neue geknüpft. Es herrschte eine offene freundschaftliche Atmosphäre. Verabredungen für die Fortbildung im nächsten Jahr wurden bereits getroffen.