Vorsatz für das neue Jahr: Dry January
3. Januar 2023

Trockener Januar? Gute Idee hilft – aber nicht jedem

  • Nach den Festtagen vier Wochen ohne Alkohol helfen dem Körper sich zu erholen, rät Dr. Christoph Bätje, Chefarzt und Suchtexperte der Paracelsus Wiehengebirgsklinik in Bad Essen
  • Bei problematischem Trinkverhalten ist aber professionelle Hilfe unbedingt erforderlich

Bad Essen (03.01.2023) Der Wein zum Fest-Essen, das Schnäpschen danach, das Gläschen Sekt extra zum Jahreswechsel: Bei nicht wenigen waren die Feiertage mit einem erhöhten Alkoholkonsum verbunden. „Es ist gut, dem Körper jetzt eine Pause zu gönnen“, rät Dr. Christoph Bätje, Chefarzt der Paracelsus Wiehengebirgsklinik in Bad Essen, einer Rehabilitationsklinik für die stationäre Entwöhnungsbehandlung. „Der Gewöhnungseffekt tritt sonst sehr schnell ein und kann auf die Dauer zu ernsthaften Abhängigkeitsproblemen führen. Ein ‚trockener Januar‘ hilft dem Körper dabei, sich zu erholen.“

Initiative setzt sich seit 2013 durch

Vier Wochen ohne Alkohol – das ist eine Herausforderung, der sich immer mehr Menschen zum Jahresbeginn stellen. Untersuchungen aus Großbritannien zeigen, dass der so genannte „Dry January“ tatsächlich funktioniert. Wer einen Monat auf Alkohol verzichtet, hat einen besseren Stoffwechsel, reduziert sein Gewicht und senkt das Risiko für Diabetes und Krebs. Und das ganz ohne Änderung der Essgewohnheiten oder dem Plus an sportlicher Aktivität (https://www.sussex.ac.uk/broadcast/read/47131). Die Initiative wurde erstmals im Jahr 2013 in Großbritannien gestartet und hat sich seitdem in vielen Ländern weltweit verbreitet. „Im Laufe der Jahre haben viele Menschen am Dry January teilgenommen und berichteten von positiven Veränderungen in ihrem Leben“, so Bätje. „Für manch einen ist es sogar der Anstoß, den Alkoholkonsum insgesamt zu reduzieren Es ist jedoch aus medizinischer Sicht wichtig zu beachten, dass der Dry January keine langfristige Lösung für diejenigen ist, die ein problematisches Trinkverhalten haben. In solchen Fällen sollte unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.“ Insgesamt, so der Suchtexperte, sei die Aktion aber zu begrüßen, denn sie habe auch eine größere gesellschaftliche Bedeutung. Sie trage dazu bei, das Bewusstsein für die Auswirkungen von übermäßigem Alkoholkonsum zu schärfen und den Alkoholmissbrauch als gesellschaftliches Problem anzuerkennen.

Professionelle Hilfe in Niedersachsen

Die Paracelsus Wiehengebirgsklinik im niedersächsischen Bad Essen ist eine Rehabilitationsklinik für die stationäre Entwöhnungsbehandlung von stoffgebundenen Abhängigkeiten mit 146 Therapieplätzen für erwachsene Frauen und Männer. Der therapeutische Schwerpunkt liegt in der Gruppenpsychotherapie begleitet von Sport- und Bewegungstherapie sowie einem Kunst- und Ergotherapieprogramm sowie indikativen Angeboten, um Patientinnen und Patienten auf ihrem Weg in ein suchtmittelfreies Leben zu begleiten.