22. Juni 2020

Bilanz nach 500 Tagen und 300 Patienten: 3D-OP-Technik hat sich bei Paracelsus bestens bewährt

Moderne Operationstechnik ist aus dem Klinikalltag in Henstedt-Ulzburg nicht mehr wegzudenken / Patienten profitieren von Vorteilen durch Präzision und Sicherheit in 3D und Farbe

Es ist ein kleines Jubiläum für eine große technische Errungenschaft. Vor 500 Tagen hat die 3D-Operationstechnik an der Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg Einzug gehalten. Was im Januar 2019 mit einer im weiten Umkreis beachteten Innovation begann, hat sich zwischenzeitlich zu einem bewährten Alltagsinstrument entwickelt. Rund 300 Patientinnen und Patienten wurden mit der hochmodernen Ausstattung bisher minimalinvasiv operiert. „Die Technik ist erfolgreich bei uns im Klinikalltag angekommen“, zieht Dr. med. Roman Koch, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bilanz. „Trotz ihrer eineinhalb Jahre im Einsatz ist sie immer noch die beste am Markt, wir sind Referenz-Haus und bekommen Besuche von Hospitanten aus ganz Deutschland.“

Bestes Bild für sichere Eingriffe

Ziel der Besucher ist eine einzigartige Kombination: Ein 200.000 Euro teurer 3-D-Operationsturm mit ICG-Visualisierung. Kurz erklärt überträgt die Technik vom Ende eines Endoskops mit zwei Kameras dreidimensionale Bilder in hochauflösender 4K-Technologie aus dem Bauch des Patienten auf den Monitor im OP-Saal. Das Bild, das die Operateure durch ihre 3-D-Brillen sehen, hat es in sich. „Wir sehen räumliche Bilder von unserem Operationsbereich aus verschiedenen Blickwinkeln mit einer überragenden Schärfe, Ausleuchtung und Tiefendarstellung – viermal so viel wie in Full-HD-Systemen und doppelt so nah wie HD“, ist Dr. Koch begeistert. „So können wir uns erheblich besser orientieren als bei konventionellen minimalinvasiven 2-D-Systemen. Das heißt, wir können Operationen präziser, zielgerichteter und schonender durchführen als zuvor.“ Kleinste Blutgefäße und Nerven werden sichtbar, Entfernungen sind besser abschätzbar und die Gefahr unbeabsichtigter Verletzungen sinkt erheblich.

Wenn der Arzt alles farbig sieht

Als stärkstes Einsatzgebiet der neuen Technik haben sich Tumoroperationen im Bauraum, insbesondere Darmkrebs- und gutartige Gallen-Operationen erwiesen. Denn hier ist die besondere Präzision unabdingbar. In Henstedt-Ulzburg profitieren die Patienten dabei noch von einer weiteren Innovation: der ICG-Visualisierung. Dabei wird während des Eingriffs ein sehr gut verträglicher Farbstoff in die Blutbahn des Patienten gegeben, der unter Infrarot-Licht farbig zu leuchten beginnt. „Durch den Farbunterschied lassen sich gerade bei Krebs-Operationen im Darm durchblutete und undurchblutete Gewebestrukturen besser unterscheiden“, weiß Dr. Koch. „So können wir optimale Stellen für Verbindungen finden, die später besser heilen.“ Bei Gallen-Operationen werden durch die Einfärbung die Gallenwege für den Operateur sichtbar. „Das ICG-Verfahren plus 3D-Operation ist bei uns bei solchen Eingriffen mittlerweile Standard“, erklärt der Chefarzt.

Erhebliche Vorteile für Patienten

Und dieser Standard ist für Patienten optimal. „Ich bin absolut begeistert“, schwärmt Peter Kratsch aus Henstedt-Ulzburg. Dem 74-jährigen Rentner wurde jetzt von Dr. Koch ein Teil des Dickdarms entfernt. Schon nach rund einer Woche konnte er die Klinik wieder verlassen. „Ich war sehr überrascht, dass alles so schnell und reibungslos geklappt hat, denn schließlich ist das ja eine schwere Operation mit der man wochenlang bettlägerig sein kann“, weiß Kratsch. „Bei mir ist nur eine kleine Narbe zurückgeblieben, die man nach dem zweiten Verbandswechsel schon fast gar nicht mehr sieht. Am Abend der OP bin ich schon wieder aufgestanden und am dritten Tag bin ich im gesamten Krankenhaus herumgelaufen. Ist mir unbegreiflich, wie das gehen kann.“ Den Tipp, sich an die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg zu wenden, bekam Peter Kratsch von seinem Facharzt. Der wusste von der besonderen Operationstechnik im Fachbereich Allgemein- und Viszeral­Chirurgie und vereinbarte gleich einen Termin mit dem Krankenhaus. Weiterempfehlen kann Kratsch, die Behandlung bei Paracelsus nach eigenen Worten „hundertprozentig“.

Qualität der Behandlung spricht sich herum

Ebenso wie er haben sich mittlerweile viele Patienten bei Operationen von der Leistungsfähigkeit der Technik überzeugen können und die Vorteile des Systems haben sich herumgesprochen. Im Umkreis von rund 100 km – auch aus Hamburg – kommen die Patienten zur Operation eigens nach Henstedt-Ulzburg. Darum ist das System auch gut ausgelastet. Insbesondere Patienten mit Darmkrebs aber auch Patienten, die mit anderen gutartigen und bösartigen Erkrankungen des Bauchraums sowie Metastasen an Leber und Lunge operiert werden müssen, kommen zu Dr. Koch und seinen Kollegen in die Allgemein- und Viszeral­Chirurgie. „Die Vorteile für unsere Patienten liegen auf der Hand. Die kürzere Operationszeit, die bessere Wundheilung und weniger Schmerzen sind sicher am augenfälligsten“, erklärt Dr. Koch, der selbst als „Fellow of the European Board of Surgery/ MIS“ ausgewiesener internationaler Experte für minimalinvasive Bauchchirurgie ist. „Das System erhöht insgesamt einfach die Qualität der Versorgung und die Sicherheit. Und genau das ist es, was wir als Klinik für unsere Patienten wollen.“

Foto: Dr. med. Roman Koch, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg (l.) im Gespräch mit Patient Peter Kratsch.