25. Juni 2021

Endlich wieder Training – aber bitte mit Bedacht

Im sportmedizinischen Zentrum der Paracelsus-Klinik steigen die Behandlungszahlen bei Bänderrissen, Gelenkbeschwerden und Schmerzen im Bewegungsapparat. / Sportmediziner raten zum schrittweisen Wiedereinstieg ins Training.

Bremen, 25.06.2021 Die Euphorie ist groß – nach monatelanger Pause dürfen Sportler endlich wieder auf den Sportplatz oder in die Trainingshalle und damit ihrer lang vermissten liebsten Freizeitbeschäftigung nachgehen. Doch nicht selten ist mit dem Wiedereinstieg eine hohe Verletzungsgefahr verbunden. Im Zentrum für Sportmedizin und Prävention im wohninvest WESERSTADION bemerken die Ärzte und Experten der Paracelsus Sportmedizin und Prävention denn auch einen enormen Zulauf an sportspezifischen Verletzungen, die durch eine Überbelastung nach der pandemiebedingten Sportpause auftreten. „Wir sehen seit ein paar Wochen sehr viele spezifische Knie- und Sprunggelenkverletzungen, die durch den Mannschaftssport entstehen“, betont Dr. Alberto Schek, Chefarzt der Paracelsus Sportmedizin und Prävention.

Als Mediziner begrüßt Schek natürlich die sportlichen Ambitionen, warnt jedoch gleichzeitig vor vermeidbaren Fehlern, die im schlimmsten Fall zu ernsthaften Verletzungen und langwierigen Beschwerden führen können. Deshalb rät der Mediziner: „Gehen Sie es langsam an, um Überbelastung zu vermeiden. Wer sich unsicher ist, kann sich mit einer Sporttauglichkeitsuntersuchung Klarheit über seinen allgemeinen Gesundheitszustand verschaffen.“

Optimal ist es, mit dem Sport wieder einzusteigen, den man auch vor der Pandemie betrieben hat. Und zwar Schritt für Schritt mit kontinuierlicher Steigerung des Trainings – die Wiedereinstiegsphase sollte etwa vier Wochen dauern. Dabei ist es absolut notwendig, Regenerationspausen einzubauen. Ruhezeiten und guter Schlaf sind die beste Regeneration und Alkohol nach dem Training ist Tabu. Denn Alkohol hat einen negativen Einfluss auf die Regeneration des Gewebes, da der Körper unter anderem eher mit dem Abbau des Alkohols als mit dem Aufbau der Muskeln beschäftigt ist.

Der Sportmediziner ist zusammen mit seinem Kollegen Robin Neumann, Leiter Prävention und Betriebliche Gesundheitsförderung der Paracelsus Sportmedizin und Prävention, derzeit in verstärktem Austausch mit den Trainern der kooperierenden Bremer Sportvereine. Denn insbesondere im Amateursport lässt sich beobachten, dass die Sportler hochmotiviert ins Mannschaftstraining einsteigen möchten, es dabei jedoch häufig versäumen, die Einheiten langsam aufzubauen. „Wir bekommen von den Trainern die Rückmeldung, dass die Sportler während des Trainings eher gebremst als motiviert werden müssen“, so Robin Neumann. Der Experte für Prävention empfiehlt deshalb einen Trainingsbeginn in Kleingruppen, so dass der Trainer auf jeden einzelnen Sportler achten und ein individuelles Training durchführen kann. Zudem sollte vor jeder Trainingseinheit gezielt Verletzungsprävention betrieben werden, beispielsweise mit Hilfe von Aufwärm- und Stabilitätsübungen.