17. Juni 2020

Fotoausstellung in der Paracelsus-Klinik Osnabrück

Seit vergangenem Donnerstag gibt es eine neue Kunstausstellung in der Paracelsus-Klinik Osnabrück. Das hat in der Gesundheitseinrichtung schon eine gewisse Tradition. „Wir stellen gerne unsere Räumlichkeiten als Plattform für talentierte Künstler zur Verfügung, denn davon haben nicht nur sie selbst etwas, sondern auch unsere Patienten und Patientinnen sowie Mitarbeitenden“, erklärt Klinikmanagerin Christiane Kuhne. „Jeder freut sich über eine kreative Abwechslung auf den Klinikfluren, mit denen man vielleicht auch einfach mal auf andere Gedanken kommt.“ Die neue Ausstellung macht sie sogar dieses Mal ein wenig stolz, denn die Kunstschaffende kommt aus den eigenen Reihen: Stephanie Walla ist Leiterin der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) in der Paracelsus-Klinik Osnabrück und beschäftigt sich normalerweise mit der Reinigung, Sortierung, Sterilisation und Bereitstellung von Medizinprodukten wie etwa Operationsbesteck. Nun gibt sie bis Ende September dieses Jahres einen kleinen Einblick in ihre spannenden Freizeitaktivitäten.

Walla, die in Osnabrück aufgewachsen ist, hegt eine große Leidenschaft für Fotografie und zeigt in ihrer Ausstellung „Orte ohne Menschen – Rückkehr der Natur“ vom Menschen geschaffene Plätze, die schon lange nicht mehr ihre eigentliche Funktion erfüllen. Ganz im Gegenteil: Die Bilder machen deutlich, wie schnell doch der Verfall einsetzt und gleichzeitig die Rückeroberung der Natur beginnt. „Die verschiedenen Stadien der Renaturierung, also dieser Rückkehr der Natur, möchte ich mit meinen Bildern dokumentieren und dem Betrachter vor Augen führen“, erläutert die Fotografin Walla. „Besonders gern fotografiere ich alte Krankenhäuser, die langsam verfallen. Denn es ist unheimlich spannend, sich auf alte Spurensuche zu begeben und nie genau zu wissen, was einen dort erwartet. Dafür bereise ich ganz Deutschland oder mache auch Fotoexpeditionen ins Ausland“, berichtet Walla mit leuchtenden Augen.

Neben verfallenen Krankenhäusern finden sich in ihren Fotografien auch Hotels, Fabriken, Industrieanlagen oder gar ganze Ortschaften als Motive wieder. Alle Bilder können bei Interesse käuflich erworben werden. Die Kontaktdaten sind über kleine Infokärtchen an jedem Bild erhältlich. Was die Ausstellung aktuell noch ein wenig dämpft, ist die eingeschränkte Besucherregelung, die aufgrund des Coronavirus noch besteht und mit der momentan pro Patienten nur ein Besucher am Tag à 60 Minuten kommen darf. Aber zumindest können die Menschen, die einen solchen Besuch planen oder vielleicht selbst einen Arzttermin wahrnehmen müssen, die Gelegenheit nutzen, den einen oder anderen Blick schweifen zu lassen.