28. September 2022

Hodenkrebs betrifft besonders junge Männer

In den letzten Monaten erkranken gleich drei Profi-Fußballer der Bundesliga an Hodenkrebs. Die Aufregung ist groß: Sie sind doch viel zu jung, um Krebs zu haben?! – Falsch! Hodenkrebs betrifft besonders junge Männer. 

Jährlich erhalten rund 4200 Männer die Diagnose Hodenkrebs. Rund 80% von ihnen sind unter 50 Jahren! Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 37 Jahren. Damit ist Hodenkrebs die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern im Alter zwischen 25 und 45 Jahren. „Hodenkrebs gehört mit einem Anteil von 1,6 % aller Krebserkrankungen zu den seltenen Krebsarten. Und junge Männer mitten im Leben machen sich natürlich keine Gedanken um Vorsorge – das ist im Fall von Hodenkrebs ein fataler Fehler“, erklärt Prof. Dr. Johannes Wolff, Chefarzt der Paracelsus Klinik Golzheim Düsseldorf

Union aus Vorsorge, Diagnostik und Behandlung

Bei einer Union aus frühzeitiger Diagnose und der richtigen Behandlung ist Hodenkrebs fast immer heilbar. Auch im fortgeschrittenen Krebsstadium stehen die Heilungschancen gut. Die langfristige Überlebensrate liegt bei über 90%!

Ursachen von Hodenkrebs

Die Ursachen von Hodenkrebs sind noch weitgehend ungeklärt. Es ist jedoch wissenschaftlich belegt, dass bestimme Personengruppen ein erhöhtes Risiko auf Hodenkrebsaufweisen. Zu ihnen gehören: Männer, deren enge Verwandten an Hodenkrebs erkrankt sind/waren; Kinder mit Hodenhochstand (auch nach rechtzeitiger Behandlung bleibt das Risiko an Hodenkrebs zu erkranken lebenslang erhöht); Jungen und Männer mit genetisch bedingten Entwicklungsstörungen des Geschlechtsapparates und- ehemals Erkrankte (auch nach erfolgreicher Behandlung bleibt das Risiko der erneuten Tumorbildung in den Hoden lebenslang bestehen).

Rund 80% durch Selbst-Checks entdeckt!

Da die gesetzlich vorgegebene Krebsvorsorgeuntersuchung erst ab dem 45. Lebensjahr greift, ist der regelmäßige Selbst-Check besonders bei jungen Männern wichtig. Jugendliche sollen bereits in der Pubertät mit dem regelmäßigen Abtasten der Hoden beginnen, rät Prof. Wolff. „Die Selbstuntersuchung sollte mindestens einmal im Monat durchgeführt werden, je häufiger, desto besser“ sagt Prof. Wolff. „Harte, schmerzlose Schwellungen des Hodens oder Knoten im und am Hoden sind Indizien auf Hodenkrebs. Durch das regelmäßige Abtasten der Hoden merkt man Veränderungen der Hoden relativ schnell“, erklärt der Urologe. Auch ein anhaltendes Schweregefühl der Hoden, Schmerzen oder Ziehen im Hodensack oder in der Leiste und das Anschwellen der Brustdrüsen sind typische Merkmale für Hodenkrebs. „Sollten sich bei der Selbstuntersuchung Auffälligkeiten zeigen, ist der Gang zum Urologen unumgänglich. Der Schritt kostet viele eine Menge Überwindung. Aber auch wenn sich die Heilungschancen von Hodenkrebs sehr hoch sind, ist eine frühzeitige Diagnose und sofortige Behandlung unverzichtbar“ sagt Prof. Wolff.

Unsere Paracelsus Klinik Golzheim Düsseldorf und unsere Paracelsus Klinik Bad Ems sind dafür exzellent aufgestellt. Neben Ultraschalluntersuchungen und der Computertomographie des Brust- und -Bauchraumes können im diagnostischen Verfahren Hodentumormarkernbestimmt werden. Bestätigt sich der Krebsverdacht, wird im ersten Schritt eine operative Entfernung des tumorbefallenen Hodens angesetzt. Je nach Befund muss gegebenenfalls eine Chemo- und / oder Strahlentherapie durchgeführt werden.