11. März 2021

Rückenprobleme nicht verharmlosen

  • Experte der Paracelsus Klinik Hemer rät zur medizinischen Suche nach den Ursachen
  • Volkskrankheit „Rücken“ ist nicht immer mit Wärmepflaster und Schmerzgel zu bekämpfen.

Schmerzen, Haltungsprobleme, Bewegungseinschränkungen – nach Erkältungskrankheiten sind Rückenbeschwerden der zweithäufigste Grund, warum Menschen in Deutschland zum Arzt gehen. Dabei wird oft schon vorher mit Wärmepflastern und Schmerzsalben versucht, das Problem selbst in den Griff zu bekommen. Das ist nicht immer ein guter Rat. Darauf weist Dr. Karsten Knizia, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie an der Paracelsus-Klinik Hemer anlässlich des Tags der Rückengesundheit am 15. März hin: „Bei Rückenschmerzen ist es wichtig, die genauen Ursachen herauszufinden und frühzeitig eine Behandlung zu beginnen. So kann verhindert werden, dass ernste Erkrankungen verschleppt oder verschlimmert und Schmerzen chronisch werden. Der rechtzeitige Gang zum Arzt und in die richtige Klinik kann hier Gewissheit bringen.“ Dabei ist das Spektrum der Probleme und Ursachen breit. Es reicht von der eher harmlosen Muskelverspannung über den Bandscheibenvorfall bis zu einer Verengung des Wirbelkanals oder zum Tumor.

Komplexe Struktur mit vielen Krankheitsbildern

„Unsere Wirbelsäule ist stabil und beweglich zugleich. Eine komplexe Struktur aus zahlreichen anatomischen Einzelkomponenten wie Bandscheiben, Wirbelgelenken, Bändern, Wirbelkörpern und Muskulatur”, erklärt Dr. Karsten Knizia. „Da gibt es viele Ursachen für Störungen und Schmerzen.” Zumeist, so die Erfahrung in der Paracelsus-Klinik Hemer, treten sie im Bereich der Lendenwirbelsäule auf und werden durch Störungen im Bereich des Iliosakralgelenks, des Ischiasnervs und des Bewegungsapparates im Becken verursacht. Erstes Ziel ist hier in der Klinik eine genaue bildgebende Diagnostik und die effektive Linderung der Schmerzen durch eine gezielte Schmerztherapie. Dabei kommen die Mediziner den Ursachen der Schmerzen in der Regel schnell auf die Spur. „In den meisten Fällen ist eine Operation nicht notwendig. Bewegungsmangel, Übergewicht und Stress können Muskelverspannungen auslösen, die sich als Schmerzen im Rücken bemerkbar machen”, beruhigt Dr. Karsten Knizia. „Wenn wir jedoch Brüche oder Verletzungen im Hals-, Brust- oder Lendenwirbelbereich feststellen und erkennen, dass der Spinalkanal eingeengt ist oder Tumoren und Metastasen zum Beispiel am Rückenmark auftreten, müssen wir schnell handeln.”

Experten für Wirbelsäulenprobleme

An der Paracelsus-Klinik in Hemer ist man dafür gut ausgerüstet. Die Klinik verfügt über modernste medizintechnische Ausrüstung und einen großen Erfahrungsschatz in der Behandlung von Rückenerkrankungen. Ein erfahrenes Team ausgewiesener Experten von Fachärzten, Therapeuten und Pflegefachkräften arbeitet Hand in Hand, um auch bei schwierigen Fällen, die ambulant nicht mehr beherrschbar sind, eine zügige Schmerzlinderung zu erreichen.

Nach der OP ist Reha Pflicht

Damit Betroffene nach einer Operation möglichst schnell wieder in ihren Alltag, zu ihren Familien und an den Arbeitsplatz zurückkehren können, bietet Paracelsus in ausgewählten Reha-Kliniken eine spezielle orthopädische Rehabilitation an. Sie soll nicht nur die Beweglichkeit und Belastbarkeit nach einer Operation schnell wiederherstellen, sondern auch erneuten Schmerzen gezielt vorbeugen. Die orthopädische Rehabilitation bei Paracelsus umfasst ein breit angelegtes Spektrum innovativer und ganzheitlicher Reha-Programme. Das Kompetenznetzwerk „Orthopädische Rehabilitation” der Paracelsus-Kliniken hat gleichzeitig übergreifende Behandlungspfade für alle beteiligten Fachkliniken entwickelt, um so ein hohes Versorgungsniveau bei Anschlussheilbehandlung und Rehabilitation sicherzustellen. Ein multimodales Therapiekonzept, bestehend aus Sport- und Physiotherapie, physikalischer Therapie, Ergotherapie, psychologischer Behandlung und umfangreicher Beratung zu unterschiedlichen Gesundheits- und Lebensstilaspekten bildet die Voraussetzung, um mehr Beweglichkeit, eine Verringerung chronischer Schmerzen und somit eine Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens für die Patienten zu erreichen.

Spezialkonzepte helfen gezielt

Darüber hinaus werden therapeutische Spezialbehandlungen angeboten wie der Therapieansatz der „Integrierten medizinisch-berufsorientierten orthopädischen Rehabilitation” (MBOR), der die Situation von Patienten mit chronischen Gelenk- oder Wirbelsäulenerkrankungen am Arbeitsmarkt und bei der Ausübung ihres Berufs verbessern soll. Ein anderer Teil der multimodalen Behandlung ist die Verhaltensmedizinische Orthopädische Rehabilitationsprogramm (VMO). Sie hilft Patienten mit länger andauernden Schmerzen, ggf. verbunden mit psychischen Störungen wie Depressionen und Angstzuständen, die während der Behandlung die Möglichkeit erhalten, einen weniger organisch orientierten Blickwinkel ihrer Beeinträchtigung zu entwickeln. Die integrierte suchtmedizinische und orthopädische Rehabilitation (ISOR) wiederum ist ein Spezialkonzept, dass Menschen behandelt, die durch Dauerschmerzbelastung eine Suchtmittelabhängigkeit entwickelt haben. Hier wird die Therapie chronischer Schmerzen gleichwertig zur Suchtbehandlung in das Reha-Angebot integriert.

Orthopädische Rehabilitation wird an folgenden Standorten angeboten: