Individualisierte Tumortherapie

Individualisierte Tumortherapie in der Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie an der Paracelsus-Klinik Osnabrück

Tablette in der Hand eines Patienten

Die medikamentöse Krebstherapie entwickelt sich derzeit rasant. Im Vordergrund stehen dabei Medikamente, die an tumorbiologische, genetische Merkmale gekoppelt sind, sogenannte individualisierte Medikamente. Eine solch zielgerichtete Krebstherapie greift direkt in den Mechanismus der Krebsbiologie ein, vergleichbar mit einem chirurgischen Eingriff unter Schonung gesunden Gewebes. Diese neuartigen Medikamente unterbinden zum Beispiel die Blutversorgung des Tumorgewebes, stören die Kommunikation der Tumorzellen untereinander oder blockieren das Zellwachstum. Gesunde Körperzellen werden dabei wenig oder gar nicht geschädigt, die Medikamente sind also insgesamt verträglicher als klassische Zytostatika.

Allerdings ist die Anwendung der zielgerichteten Medikamente auf Tumore beschränkt, bei denen bereits die genetischen strukturellen oder quantitativen Veränderungen definiert wurden.

Therapie mit Antikörpern

Eine komplexe Variante der zielgerichteten Therapie ist die Tumortherapie mit Antikörpern: Diese Eiweiß-Makromoleküle erkennen bestimmte, meist tumorspezifische Zelloberflächenmerkmale und wirken damit nur am Tumor wachstumshemmend oder zellabtötend. Die Nebenwirkungen sind meist milder im Vergleich zu denen der klassischen Chemotherapie.

Die Antikörpertherapie wird oft auch als Kombinationstherapie angewendet. Hierbei ist der Antikörper entweder an klassische Zellgifte gekoppelt, die er in der Tumorzelle abliefert, oder aber die Antikörper sind gekoppelt an Radioisotope. Der Antikörper bindet dieses radioaktive Teilchen an die Krebszellen, wo es beim Zerfallen Strahlung freisetzt, die die Krebszellen beschädigt (Radioimmuntherapie).