Teamplayer mit viel Erfahrung

Dr. med. Dietmar Rassek

Die chirurgische Abteilung der Paracelsus-Klinik Hemer steht seit dem Jahr 2000 unter der Leitung des Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgen Dr. Dietmar Rassek. Der erfahrene Operateur ist darüber hinaus ein hervorragender Endoskopierer. Die Bandbreite des Fachgebietes fasziniert den Mediziner auch nach Jahrzehnten jeden Tag aufs Neue. Und Rassek gehört nicht zu den Chirurgen, die hinter der OP-Maske verschwinden – im Gegenteil, der enge Kontakt zu Patienten, Mitarbeitern und niedergelassenen Kollegen und Therapeuten ist Teil seines Selbstverständnisses als Arzt.

Wie kommt es, dass die chirurgische Abteilung ein so breites Spektrum, also sowohl Unfall- als auch Allgemein- und Viszeralchirurgie abdeckt?

Das hat etwas mit der Struktur unserer Klinik zu tun, die traditionell sowohl die Unfall- als auch die Allgemein- und Viszeralchirurgie in einer chirurgischen Hauptabteilung vereinigt. Das breite Spektrum unserer chirurgischen Abteilung hat aber auch etwas mit meinem Werdegang zu tun. Bevor ich nach Hemer kam, habe ich als Chirurg einer großen Düsseldorfer Klinik gearbeitet. Dort waren sämtliche Gebiete der Chirurgie unter einem Dach gebündelt. Im Rotationsprinzip war ich 18 Jahre lang sowohl in der Unfallchirurgie tätig, als auch in der Thoraxchirurgie, der Gefäßchirurgie und der Allgemein- und Viszeralchirurgie einschließlich der Endoskopie. Auch die beiden Oberärzte unseres Teams in Hemer decken jeweils ein breites Spektrum ab. Wir alle zusammen bringen jahrzehntelange Berufserfahrung mit. Einrichten einer ausgekugelten Schulter, Operation am perforierten Magen und danach die Versorgung einer komplizierten Sprunggelenkfraktur - das ist der dienstliche Alltag eines Chirurgen an unserer Klinik. In den letzten Jahren hat sich aber im Bereich der Endoprothetik und der Wirbelsäulenchirurgie so viel getan, dass wir hier spezialisierte Abteilungen gebildet haben.

Gibt es denn so etwas wie ein Steckenpferd, Eingriffe, die sie besonders gerne machen?

Die Schilddrüsenoperation gehört neben der Gallenwegs- und Hernienchirurgie sicherlich dazu. Ein anderer persönlicher Schwerpunkt ist die Behandlung von Erkrankungen des Verdauungstraktes - insbesondere wenn es um Darmkrebs oder die Divertikulitis geht. Fachübergreifende Zusammenarbeit wird hier großgeschrieben und die persönliche Endoskopieerfahrung hilft dabei sehr. Wir sehen viele Patienten zusammen mit den Kollegen aus der Inneren Medizin und befunden und erstellen den Therapieplan gemeinsam. Das geht hier ganz reibungslos und auf kurzen Wegen. Bei Tumorbefund sind wir per Videokonferenz mit den Kollegen der Onkologie, radiologischen Diagnostik, Strahlentherapie und Pathologie verbunden, um wirklich die bestmögliche Therapieentscheidung zu fällen. Operativ führen wir Eingriffe im Magen-Darmtrakt , wenn möglich, minimalinvasiv durch - bei der Entfernung von Gallenblase oder Blinddarm ist dies Standard.

Sehen Sie denn Ihre Patienten nach der Operation noch?

Aber natürlich. Sowohl vor einem geplanten Eingriff als auch in der ambulanten Phase danach ist die Möglichkeit der persönlichen Betreuung gegeben. Während einer stationären Behandlung arbeiten wir eng mit allen Abteilungen zusammen. Im Einzelfall treffen wir uns mit den internistischen Kollegen am Bett des Patienten. Diese Trennung der Fachgebiete, die gibt es bei uns nicht so ausgeprägt. Jeder weiß, was er kann und um das Therapieziel zu erreichen, steht die vertrauensvolle Zusammenarbeit ganz oben. Dies gilt auch für den engen Kontakt zu den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, die die Patienten vor und nach einem stationären Aufenthalt behandeln.

Da scheint es ja eine sehr intensive Verbindung zu Behandlungspartnern außerhalb der Klinik zu geben?

Für mich ein absolut tragfähiges und ja auch von vielen gefordertes Konzept für eine effiziente Krankenversorgung. Alle reden über die bedrohte Zukunft der Versorgungssysteme und fordern eine enge Verzahnung der Behandlungspartner. In aller Bescheidenheit kann ich sagen, dass wir an der Paracelsus-Klinik Hemer schon lange in enger Vernetzung mit den niedergelassenen Kollegen behandeln - ein wichtiger Beitrag zur Überwindung der Grenze zwischen dem ambulanten und stationären Bereich. Wir kennen die niedergelassenen Kollegen der Umgebung und wenn sie zum Beispiel als Belegarzt in unserer Klinik operativ tätig sind, geschieht dies häufig gemeinsam mit den Mitarbeitern der chirurgischen Abteilung. Für die Patienten der benachbarten Lungenklinik Hemer oder der psychiatrischen LWL-Klinik Hemer übernehmen wir die chirurgische Versorgung. Umgekehrt nutzen wir Versorgungsstrukturen umliegender Kliniken. Die Lungenklinik beispielsweise betreibt in unseren Räumlichkeiten ein CT, das uns zur Verfügung steht. Wir haben ein gemeinsames Labor, es gibt die gemeinsamen Tumorkonferenzen. Hinzu kommt, dass wir für die Notfall- und Notarztversorgung der Stadt Hemer zuständig sind. Hier verstehen wir uns als Portalkrankenhaus. Wenn bei uns zum Beispiel ein sehr schwer verletztes Unfallopfer eingeliefert wird, stabilisieren wir den Patienten und verständigen sofort die Kollegen einer regionalen Spezialklinik, zum Beispiel des Traumazentrums Bochum Bergmannsheil. Da wir einen Hubschrauberlandeplatz haben, ist eine zeitnahe und damit lebensrettende Behandlung immer garantiert.