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Kontinenzzentrum

Das Thema Inkontinenz gehört zum medizinischen Alltag unseres Ärzteteams. Bei Diagnose und Therapie kommen modernste Verfahren zum Einsatz.

Inkontinenz-Sprechstunde:

Dr. med. Stephan Siepmann
Funktionsoberarzt

Mittwoch: 11.00 – 15.00 Uhr
Anmeldung unter: T 0211 4386-101

Harninkontinenz ist der medizinische Ausdruck für Blasenschwäche und ist definiert als „Zustand mit jeglichem unwillkürlichem Urinverlust, der ein soziales oder hygienisches Problem darstellt“. Etwa 30 bis 60 Prozent der Menschen ab 50 sind von Harninkontinenz betroffen. Unser erfahrenes Spezialisten-Team in Golzheim behandelt alle Formen der Blasenschwäche und möchte unsere Patienten dabei auch von dem unbehaglichen Gefühl der Unsicherheit befreien, das diese oftmals haben, ob die Menschen in ihrem Umfeld vielleicht etwas von ihrer Inkontinenz mitbekommen.

Der unfreiwillige Verlust von Urin kann vielfältige Ursachen haben. Dementsprechend unterscheidet man verschiedene Formen, wie die Belastungs- oder Stressinkontinenz, Urge- oder Dranginkontinenz, Reflexinkontinenz, Überlaufinkontinenz und die extraurethrale Inkontinenz.

Klinische Diagnostik

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  • Basisuntersuchungen
  • Befragung (Inkontinenzfragebögen)
  • Klinische Untersuchung
  • Urinuntersuchung
  • Miktionsprotokoll
  • Vorlagen-Test (Pad-Test)
  • Spezielle urologische Diagnostik
  • Ultraschalluntersuchung der Harnblase und Nieren
  • Perineale Sonographie
  • Urodynamische Untersuchung (Funktionsprüfung von Blase und Schließmuskel)
  • Zystographie (Röntgenuntersuchung der Harnblase)
  • Dynamisches Beckenboden-MRT

Konservative Therapie

Beckenbodentraining:

Beckenbodentraining ist für Betroffene jeden Alters und Geschlechts geeignet. Ziel der gymnastischen Übungen ist, den gesamten Muskelapparat des Beckenbodens zu kräftigen und so den Blasenschließmuskel wieder zu stärken. Vor allem nach Operationen im kleinen Becken, im Bereich der Schließmuskeln oder nach einer Geburt kann ihre Verschlusskraft geschwächt sein. Die einzelnen Übungen werden unter ausführlicher fachlicher Anleitung in Kooperation mit Physiotherapeuten durchgeführt. Beckenbodenübungen erfordern Geduld und Ausdauer, doch die Mühe lohnt sich. Folgende Maßnahmen können die Physiotherapie sinnvoll ergänzen:

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Für Patienten, die nicht selbst aktiv ihren Beckenboden anspannen können, kann die Elektrostimulation helfen – sowohl bei Belastungsinkontinenz/Stressinkontinenz als auch bei Drang- oder Mischin-kontinenz. Bei der Elektrostimulation wird der Schließmuskel ohne Zutun des Betroffenen durch elektrische Stromimpulse mit einer Frequenz von 5 oder 10 Hz angespannt. Dazu werden die Elektroden mit einer Sonde in die Scheide oder in den After eingeführt. Durch den direkten Einfluss auf die Nerven wird eine Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur hervorgerufen und kann eine Normalisierung des Reflexmusters des Schließmuskels bewirken. Mit der elektrostimulierten Beckenbodengymnastik nimmt die Kraft der Muskulatur zu, der Muskeltonus steigert sich und die Kontraktionsfähigkeit des Beckenbodens wird verbessert.

Die Elektrostimulation mithilfe der Sonde ist vergleichsweise einfach und kann leicht Zuhause durchgeführt werden. Eine Behandlungssequenz liegt bei etwa 30 Minuten ein- bis zweimal täglich. Bei regelmäßiger Anwendung werden nach etwa sechs Monaten häufig Erfolgsraten von fast 90 Prozent erzielt. Für eine dauerhafte Besserung kann die Stimulation auch nach Beendigung der initialen Behandlung fortgesetzt werden.

In folgenden Fällen sollte Elektrostimulation zur Behandlung von Inkontinenz nicht eingesetzt werden:

  • Harnwegsinfektionen
  • Uterus myomatosus mit Wachstumstendenz
  • Harnretention
  • Schwere Herzrhythmusstörungen
  • Schwangerschaft
  • Menstruation, Zwischenblutung
  • Entzündungen (Kolpitis) bei Patienten mit Herzschrittmacher

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Hat ein Mann oder eine Frau nur wenig Gefühl für den Beckenboden, helfen Biofeedback-Geräte. Dabei wird eine Sonde über die Scheide oder den After eingeführt. Der Betroffene spannt dann den Beckenboden an und die Sonde misst die kleinen elektrischen Impulse, die bei der Muskelanspannung entstehen. Die Impulse werden beispielsweise in ein akustisches Signal umgewandelt. Das Gerät vergleicht die Werte mit den vorgegebenen Ziel-Werten. Werden diese erreicht, gibt das Gerät dem Patienten ein Signal. Dadurch können die Patienten sehen und hören, was sie nicht fühlen: Ob sie die Beckenbodenmuskeln richtig koordinieren oder nicht. Der Vorteil der Geräte liegt darin, dass Betroffene eine optische oder akustische Anzeige seines/ihres Trainings erhalten und somit auch leichter zum Training motiviert werden. Er oder sie kann so direkt einen Erfolg sehen und hören.

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Eingesetzt wird der Magnetstuhl bei Dranginkontinenz, Stressinkontinenz sowie Mischinkontinenz, aber auch bei Inkontinenz nach Entfernung der Prostata. Bei dieser schmerzfreien Therapie sitzt der Patient angezogen auf einem Therapiestuhl. Er muss sich also nicht entkleiden und ihm werden auch keine Elektroden an die Haut gesetzt oder Sonden eingeführt. Unter der Sitzfläche des Stuhls befindet sich ein Magnetkopf, der elektromagnetische Impulse erzeugt. Diese reizen die Nervenzellen und lösen kurze pulsartige Muskelkontraktionen der Beckenbodenmuskeln aus. Der Urologe passt während der Behandlung die Intensität der elektromagnetischen Impulse individuell an den Patienten an. Mit dieser Therapie wird passiv der Schließmuskel der Harnblase und die Beckenbodenmuskulatur trainiert. Die Behandlung ist vollkommen nebenwirkungs- und schmerzfrei.

Je nach Verordnung des Arztes genügen acht bis zwölf Sitzungen über zwanzig Minuten, um zu spürbaren Erfolgen zu kommen. Nicht geeignet ist die Behandlung jedoch für Patienten mit Herz-schrittmachern oder künstlichen Hüftgelenken aus Metall.

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Um die Muskulatur im Beckenboden zu trainieren und einer Belastungsinkontinenz entgegen zu wirken, ist das Vibrationstraining eine weitere schonende Methode. Dabei steht oder liegt der Patient auf einer elektronisch gesteuerten Vibrationsplatte. Das Verfahren funktioniert nach dem Prinzip der reflexinduzierten Muskelkontraktion: Während der Vibration wird der Muskel passiv gedehnt, sodass die Sensoren im Muskelgewebe aktiviert werden und ein Signal zum Rückenmark senden. Dort wird das Signal umgeschaltet und zum Muskel zurückgeschickt, dadurch zieht er sich reflexartig zusammen.

Nebeneffekte des Vibrationstrainings sind eine gesteigerte Durchblutung, Verbesserung der Balance, Vorbeugung einer Osteoporose sowie eine Verbesserung des Hautbildes, zum Beispiel bei Cellulite.

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Zur Inkontinenzbehandlung bei Frauen sind Pessare gut geeignet. Ein Pessar ist eine Schale, ein Ring oder Würfel aus körperverträglichem, nicht allergenem Gummi oder Silikon. Mit ihm können verschiedene Grade der Scheiden- und Gebärmuttersenkung behandelt werden. Durch Tragen ei-nes Pessars kann den Organen im Becken Halt gegeben und auch die Beckenboden-Muskulatur gestärkt werden. Das Pessar wird mit etwas Gleitmittel in die Scheide eingeführt – das kann die Pa-tienten auch selbst Zuhause machen. Je nach Grad der Inkontinenz können die Pessare ganztags oder nur bei körperlicher Belastung getragen werden. Beim Toilettengang muss das Pessar nicht entfernt werden. Zur Entfernung gibt es einen Rückholfaden wie bei herkömmlichen Tampons. An-schließend genügt eine Reinigung mit Wasser und kann auch wiederverwendet werden.

Medikamentöse Therapie

NUnterschiedlichste, sehr wirksame Medikamente vor allem zur Behandlung der Dranginkontinenz stehen zur Verfügung (Oxybutynin, Trospiumchlorid, Propiverin-hydrochlorid, Tolterodin, Darifenacin, Solifenacin und Fesoterodin), die sich hinsichtlich Verabreichungsform, Effizienz und unerwünschter Wirkungen mitunter deutlich voneinander unterscheiden. Lokale Östrogene können die Drangsymptomatik ebenfalls verbessern.

Operative Therapie

Inkontinenzchirurgie bei Männern

Jeder Mann kann von Inkontinenz betroffen sein. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, allen voran Alter und vorangegangenen Operationen. Bei Männern tritt ein unwillkürlicher Urinverlust häufig als Folge einer Prostata-Operation (z.B. einer Prostatektomie) auf oder nach anderen operativen Eingriffen am Becken. Nach Ausschöpfung der konservativen Behandlungsmöglichkeiten wie gezieltem Beckenbodentraining und medikamentöser Therapie können verschiedene Operationsmöglichkeiten zur Wiederherstellung des Haltevermögens in Betracht gezogen werden.

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Eines der häufigsten Verfahren zur Korrektur einer männlichen Inkontinenz nach Operationen ist die Implantation eines sogenannten Advance® Bandes. Hierbei wird ein Band unterhalb der Harnröhre eingezogen, die die Harnröhre wieder in die ursprüngliche anatomische Position bringt und somit wieder ermöglicht, den Schließmuskel korrekt zu betätigen. Voraussetzung hierfür ist ein intakter Schließmuskel und eine nur leichte bis mittelgradige Inkontinenz.

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Neben der Implantation eines künstlichen Harnblasenschließmuskels existieren je nach Ursache, Schwere und Begleitumständen weitere operative Behandlungsmöglichkeiten.

Eine innovative und schonende Behandlung der Inkontinenz nach operativen Eingriffen an der Prostata ist die Implantation eines ATOMS-Systems. Hierbei handelt es sich um ein bewährtes adjustierbares Sphinkter-Unterstützungs-System (Firma A.M.I.®), welches minimalinvasiv über einen einzelnen circa fünf cm langen Hautschnitt zwischen Hodensack und After in Narkose oder Rückenmarksbetäubung implantiert wird. Vorteile sind die Langzeit-Adjustierbarkeit, welche auch nach Monaten ohne Narkose durch einfache Nadelpunktion auch mehrfach in Abstimmung mit dem Patienten erfolgen kann sowie seine Einsetzbarkeit bei fast allen Graden der Belastungsinkontinenz des Mannes auch nach Bestrahlung.

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Ein künstlicher Schließmuskel – auch artifizieller Sphinkter genannt – dient der Behandlung schwerer Formen von Harninkontinenz. In der Regel besteht ein künstlicher Schließmuskel aus drei Komponenten: einer Manschette um die Harnröhre, einer Pumpe im Hodensack und einem Reservoir. Der künstliche Schließmuskel hat eine hohe Erfolgsrate. So sind 75 bis 90 Prozent der Patienten nach der Implantation eines künstlichen Schließmuskels kontinent.

In Abhängigkeit von der Ausprägung der Harninkontinenz, den manuellen und geistigen Fähigkeiten, der Restfunktion des Schließmuskels und dem Wunsch der Betroffenen erfolgt die Auswahl des optimalen Therapieverfahrens. Goldstandard ist der künstliche Schließmuskel, der seit ca. 1980 in immer wieder modifizierter und verbesserter Form implantiert wird. Der künstliche Schließmuskel oder artifizielle Sphinkter von Boston Scientific (AMS 800) besteht aus drei Funktionseinheiten, die durch ein Schlauchsystem miteinander verbunden sind:

  • Manschette, der sogenannte Cuff, der um die Harnröhre liegt
  • Pumpe, mit der der Füllungszustand der Manschette reguliert wird
  • Reservoir, das mit Wasser oder Kontrastmittelgefüllt ist.

Der künstliche Schließmuskel oder artifizielle Sphinkter von der Firma ZSI (Zephyr 375) vereint das Reservoir mit der Pumpe in einem, so entfällt die Anlage eines Reservoirs im Unterbauch.

Inkontinenzchirurgie bei Frauen

In Deutschland schätzt man die Zahl der von Inkontinenz betroffenen Frauen auf bis zu 15 Millionen. Das bedeutet, dass jede dritte bis vierte Frau irgendwann in ihrem Leben an Harninkontinenz – zumindest vorübergehend – leidet. Besonders häufig leiden Schwangere, Übergewichtige oder Frauen mit schwacher Beckenbodenmuskulatur an der Krankheit. Durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Behandlungsmethoden ist heutzutage in sehr vielen Fällen eine Heilung, zumindest aber eine deutliche Besserung des Leidens möglich. In der Inkontinenzchirurgie stehen folgende Verfahren zur Verfügung

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Die TVT-Operation (Tension-free-Vaginal-Tape) ist ein spannungsfreies Vaginalband und sowohl bei Patientinnen mit Belastungsinkontinenz als auch bei jenen mit Mischinkontinenz (kombinierte Belastungs- und Dranginkontinenz), bei denen die Belastungskomponente führend ist, indiziert. Anstelle der TVT-Operation können Varianten dieser Operation (TOT-Operation, Minischlingen) oder in ausgewählten Fällen die sogenannte Operation nach Burch durchgeführt werden.

TVT-Operation:
Etwa 2 cm unterhalb der Harnröhrenmündung wird ein Schnitt in der Scheidenschleimhaut gesetzt. Ein geflochtenes Kunststoffband aus Polypropylen wird mittels einer Nadel beidseitig der Harnröhre ein- und hinter dem Schambein hinaufgeführt. Das Band wird spannungsfrei (Tension-free-Vaginal-Tape = TVT“) unter die Harnröhre gelegt. Der Schleimhautschnitt wird mit einem resorbierbaren (selbstauflösenden) Faden genäht.

Beim TOT (transobturatorisches Tape) wird das Band zu beiden Seiten in Richtung der tiefen Leistenbeuge geführt. Es liegt also flacher, eher wie eine Matratze, unter der Harnröhre. Die Bandenden wachsen von selbst in das Gewebe ein.

TVT-Band: Es wird in U-Form unter der Harnröhre platziert, es endet rechts und links oberhalb des Schambeins. Die Enden sind nicht zu spüren.

TOT-Band: Bei diesem OP-Verfahren wird das Band flacher eingesetzt, es endet auf beiden Seiten in der tiefen Leistenbeuge.

Minischlinge: Dieses Band ist kürzer und nicht so breit. Es hat auf beiden Seiten Fäden mit Kunststoff-Ankern, die in das Gewebe gesetzt werden.

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Durch Ausrisse in der Scheidenaufhängung können sich Blase, Dünndarm oder Enddarm in die Scheide hineinwölben oder aus dieser herausdrücken. Diese Defekte der Aufhängung bzw. der Scheidenhaut lassen sich durch die Verwendung von körpereigenem Material oder durch künstlich hergestellte Netze beheben.

Bei Senkungsoperationen ohne Netz wird das defekte Bindegewebe gerafft und auf diese Weise gestrafft. Bei einer Senkung der vorderen Scheidenwand wird das überdehnte Gewebe häufig zwischen Blase und Scheide gedoppelt. Bei einer Senkung der hinteren Scheidenwand wird das Gleiche mit dem Gewebe zwischen Enddarm und Scheide durchgeführt.

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Diese Operation kann bei einer Senkung des Scheidenendes (Scheidenstumpfdeszensus, Enterozele) und dadurch bedingten Darmfunktionsstörungen wie z.B. Stuhlinkontinenz durch Obstipation durchgeführt werden, wenn die Gebärmutter nicht mehr vorhanden ist. Es handelt sich um eine Operation, die über eine Bauchspiegelung (laparoskopisch) erfolgt. Es wird ein Kunststoffnetz an die hintere und vordere Scheidenwand mit mehreren Fäden angebracht. Das gegenläufige Ende des Netzes wird an einer körpereigenen Bindegewebsstruktur im Bereich des Kreuzbeins (Os sacrum) befestigt. Dadurch wird die Scheide wieder in ihrer normalen Lage stabilisiert und senkt sich auch bei Belastung nicht mehr wesentlich ab. Da sich weder Netz noch Fäden auflösen, ist die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Senkung im Bereich des Scheidensendes sehr gering.

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= Operation nach Burch (Kolposuspension)
Die Bauchdecke wird entweder durch einen niedrigen Querschnitt (Bikinischnitt) geöffnet oder die Operation wird laparoskopisch durchgeführt. Die Operationsschritte werden vom Operateur im Raum hinter dem Schambein, vor Scheide und Blase, und nicht in der Bauchhöhle selbst, durchgeführt. Mit Fäden, die sich nicht auflösen, wird die Scheidenwand oben am Leistenband befestigt. Die Operation behebt die erhöhte Beweglichkeit der Harnröhre, wie sie typischerweise bei der Belastungsinkontinenz vorliegt. Beim Verschließen der Wunde wird üblicherweise die Haut mit selbstauflösendem Nahtmaterial genäht. Der Faden muss nicht entfernt werden.

Nach der laparoskopischen Burch-Operation haben die Patientinnen weniger Schmerzen, müssen kürzer im Krankenhaus bleiben, die Katheterisierung dauert ebenfalls kürzer.

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Die laparoskopische Pectopexie ist eine beidseitige Fixation des Scheidenendes bzw. Gebärmutterhalses an den Lig. ileopectineum mittels eines Netzes. Das ist eine Alternative zur Fixation am Lig. longitudinale anterius, also der klassischen laparoskopischen Sakrokolpopexie bzw. Sacrohysteropexie. Dieses Verfahren wird je nach Schwere der Scheidensenkung sowie der Beschwerden gewählt. Außerdem spielen bei der Wahl zwischen Pectopexie und Sakrokolpopexie die anatomischen Gegebenheiten eine ausschlaggebende Rolle.

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Seit Mai 2019 setzt die Paracelsus-Klinik Düsseldorf Golzheim den OP-Roboter Da Vinci® in der urologischen Chirurgie ein. Dieser OP-Roboter ist das derzeit modernste Verfahren auf dem Gebiet der minimalinvasiven Roboter assistierten Chirurgie und bietet für unsere Patienten erhebliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Verfahren:

  • geringerer Blutverlust
  • schnelle Wundheilung und weniger Wundschmerzen
  • seltener Narbenbrüche (nach der OP)
  • kürzere Krankenhaus-Verweildauer

Operationen zur Beckenbodenrekonstruktion (Sakrokolpopexie, Kolposuspension, Pectopexie) werden in der Paracelsus-Klinik Golzheim mit dem Da Vinci®-OP-Roboter durchgeführt. Ein großer Vorteil im Vergleich zum herkömmlichen laparoskopischen Operationsverfahren ist, dass wir mithilfe des Roboters in der Lage sind, die Strukturen besser zu identifizieren und feiner zu präparieren.

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Die sakrale Neuromodulation stellt ein modernes, innovatives und minimal-invasives Therapieverfahren zur Behandlung von Beckenbodenfunktionsstörungen dar. Eine Vielzahl von Studien hat die klinische Effektivität dieser Technik bei Patienten mit überaktiver Blase (OAB), chronischer nicht-obstruktiver Harnretention (Harnverhalt)und bei Patienten mit Stuhlinkontinenz sowie chronischer Obstipation (Verstopfung) gezeigt. Als erste und bislang einzige Klinik in Düsseldorf setzt die urologische Fachklinik in Golzheim den Blasenschrittmacher regelmäßig zur Behandlung von Blasenfunktionsstörungen ein.

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Botulinumtoxin, besser bekannt unter der Kurzbezeichnung Botox, wird auch zu therapeutischen Zwecken bei Inkontinenz eingesetzt. Die Botox-Therapie kommt erst dann zum Einsatz, wenn nicht-operative Behandlungsoptionen, wie eine medikamentöse Therapie, ausgeschöpft sind oder aufgrund von Nebenwirkungen nicht weitergeführt werden können. Geeignet ist dieser Eingriff für Patienten mit idiopathisch überaktiver Blase mit den Symptomen Dranginkontinenz, imperativer Harndrang und häufiges Wasserlassen. Auch Patienten mit zu hohen Blasendrücken infolge einer überaktiven Harnblase, Dysregulation von Blasenmuskel und Schließmuskel oder Männer mit einer gutartigen Prostatavergrößerung gehören dazu. Bei schwangeren Frauen und während der Stillzeit darf die Behandlung nicht durchgeführt werden.

Botulinumtoxin hemmt die Ausschüttung von Acetylcholin aus den Nervenzellen – das ist der Botenstoff, den die Muskelfasern zum Bewegen brauchen – dadurch wird die Signalübertragung blockiert und die Muskeln mehr oder weniger gelähmt. Botox-Injektionen können ständigen Harndrang beseitigen, die Blasenkapazität erhöhen sowie den Blasendruck absenken. Botulinumtoxin ist, wie der Name schon sagt, ein Gift, es wirkt nicht sofort. Erst nach sieben bis 10 Tagen beginnt die Wirkung und hält dann in der Regel zwischen sechs bis zwölf Monate. Danach muss die Injektion wiederholt werden.

Vor einer Botox-Injektion muss eine ausführliche urologische Untersuchung sowie eine Blasenspiegelung und Urinkontrolle durchgeführt werden, um einen eventuellen Harnwegsinfekt auszuschließen. Liegt ein Harnwegsinfekt vor, muss dieser zuerst medikamentös behandelt werden. Eine Woche vor dem Eingriff müssen blutverdünnende Medikamente für insgesamt drei Wochen abgesetzt werden. Und es darf keine weitere Anwendung von Botox an einem anderen Körperteil innerhalb von drei Monaten erfolgt sein.

Bei Patienten mit idiopathisch überaktiver Blase oder mit zu hohem Blasendruck erfolgt die Botox-Injektion meist kurzstationär, in manchen Fällen wird der Eingriff auch ambulant durchgeführt. In Narkose oder einer Spinalanästhesie wird endoskopisch mit einer dünnen Nadel an mehreren Stellen eine kleine Menge Botox in die Harnblasenmuskulatur eingespritzt. Das dauert nur wenige Minuten. Nach der Injektion wird ein Katheter für ein bis zwei Tage gelegt. Mögliche Nebenwirkungen sind eine Restharnbildung (unvollständige Entleerung der Harnblase) und sehr selten eine vorübergehende Harnsperre.

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