Leitfaden für ein achtsames Miteinander

Der stationäre schmerztherapeutische Behandlungsansatz an der Paracelsus-Klinik Osnabrück basiert in wesentlichen Teilen auf gruppentherapeutischen Elementen. Dieses Miteinander von Menschen über 17 Tage bietet viele Möglichkeiten, sich auszutauschen und voneinander zu lernen; dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass alle Teilnehmer eines verbindet: Sie leiden an etwas, was unsichtbar und dennoch äußerst belastend ist.

Um das Miteinander von Menschen, die zwar einen ähnlichen Erfahrungshintergrund haben, die aber dennoch ihre ganz persönlichen Bedürfnisse nach Rückzug, Anteilnahme, Gespräch oder Aktivität haben, positiv und bereichernd zu gestalten, bitten wir unsere Patienten, folgende Punkte zu beachten:

Schweigepflicht: Was die Teilnehmer im Vertrauen erfahren, z.B. in der Psychologischen Schmerztherapiegruppe, soll Außenstehenden nicht weitererzählt werden.

Umgang miteinander: Ein freundlicher Ton und Umgang untereinander fördert das allgemeine Wohlfühlklima während des Aufenthaltes.

Gesprächskultur: Während der gruppentherapeutischen Gesprächssitzungen (und auch im alltäglichen Umgang) ist es ein Gebot der Höflichkeit und Akzeptanz, sich gegenseitig ausreden zu lassen.

Akzeptanz des Gegenübers: Jeder chronische Schmerzpatient hat seinen individuellen Umgang mit seinen Schmerzen. Jeder hat das Recht, Dinge auf seine Art und in seinem Tempo zu tun (oder zu lassen). Ein Leistungsvergleich im Sinne von "wer ist schneller, wer hält länger durch, wer ist kränker, etc." ist nicht sinnvoll. Im geschützten Bereich unserer Station gibt es kein "richtig oder falsch" sondern nur ein "hilfreich oder weniger hilfreich". Dies ist für jeden Menschen anders. Und das für sich herauszufinden, ist ein Ziel der Therapie.

Rückzug und Privatsphäre: Ruhewünsche, insbesondere auf den Zimmern, sollen akzeptiert werden. Auch hier gilt: Nicht jeder hat das gleiche Bedürfnis nach Kontakt und Gespräch. Um Missverständnissen vorzubeugen, ist es gut, Ruhewünsche oder Unterhaltungslaune mitzuteilen.

Alkohol/Rauchen: Alkohol- und Nikotinkonsum sind in der Klinik nicht erlaubt. Für Raucherinnen und Raucher gibt es auf dem Klinikgelände am Haupteingang eine überdachte Möglichkeit zum Rauchen. Der Aufenthalt hier ist zwischen 6.00 und 22.00 Uhr gestattet.

Achtsamkeit, Aktivität und Grenzen: Sich zu fordern, ohne sich zu überfordern - auf diese Balance gilt es zu achten. Dieser Lernprozess ist notwendig, um sich am Ende eines Behandlungstages wohlzufühlen.