1. Februar 2021

Naturheilkunde und onkologische Reha: Geht das?

Paracelsus Klinik Scheidegg setzt bei der Reha auch auf naturheilkundliche Therapieansätze
Moderne onkologische Therapie ermöglicht vielen Krebspatienten eine Heilung bzw. ein längerfristiges Leben, verbunden jedoch häufig mit chronischen Nebenwirkungen. Naturheilkundliche Therapieansätze können diese Nebenwirkungen lindern. Daher ergänzt die Paracelsus Klinik Scheidegg die onkologischen Reha mit Naturheilkunde.

Zum Weltkrebstag am 4. Februar zunächst die gute Nachricht: Durch den medizinischen Fortschritt in der Onkologie können heute immer mehr Krebspatientinnen und -patienten langfristig geheilt werden. Laut aktueller Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind z.B. über 85% der Frauen 5 Jahre nachdem sie die Diagnose „Brustkrebs“ erhalten haben, noch am Leben. Auch wenn eine Heilung z.B. durch eine Operation, nicht mehr möglich ist, kann durch eine moderne onkologische Behandlung ein längerfristiges Leben „mit Krebs“ erreicht werden.

Der Preis dieses medizinischen Erfolges ist jedoch oft eine intensive, mehrmonatige Therapie oder, im Falle einer chronischen Erkrankung, die Durchführung einer medikamentösen Dauertherapie. Diese modernen Therapieansätze führen häufig zu unterschiedlichen, teils chronischen Nebenwirkungen. So berichten Patientinnen und Patienten häufig über chronische Müdigkeit (Fatigue), Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Verdauungsprobleme und nicht selten über eine chronische Nervenreizung, der sogenannten Polyneuropathie. Zusätzlich besteht bei vielen – verständlicherweise – häufig eine hohe psychische Belastung.

Für viele dieser Beschwerden gibt es keine etablierte Therapie. Gerade hier haben sich jedoch nach Meinung von Privatdozent Dr. Holger G. Hass, Chefarzt der Paracelsus Klinik Scheidegg, rehabilitative und naturheilkundliche Therapieansätze bewährt. „Die Wirkung einer multimodalen Therapie während einer onkologischen Rehabilitation ist für viele dieser Beschwerden wissenschaftlich gut belegt. Dem gegenüber fehlt es leider an Studien, die den Nutzen einer seriösen, komplementärmedizinischen Begleittherapie untersucht haben,“ berichtet PD Dr. Hass, der sich selbst auf dem Gebiet der klassischen Naturheilverfahren weitergebildet hat.

Seit Jahren werden daher in der Paracelsus Klinik Scheidegg neben einem aktiven Training in Form von Sport- und Physiotherapie sowie psychoonkologischen Therapieangeboten auch Methoden der klassischen Naturheilverfahren angeboten. Bei Schlafstörungen, Anspannung oder klimakterischen Beschwerden erfolgt z.B. eine pflanzenheilkundliche Begleittherapie in Form von Tees und Kräuterextrakten. Auch die leider immer noch sehr belächelten Kneipp-Anwendungen kommen zur Anwendung, wobei eine regelmäßige Kneipp-Therapie in Form von Knie-, Wechselgüssen oder regelmäßigem Wassertreten bei chronischer Müdigkeit und zur Immunstimulation sehr hilfreich sein können.

Ganz in Mode ist allgemein zurzeit das sogenannte Waldbaden. Auch hier bindet die Paracelsus Klinik schon seit Jahren die heilsame Natur in Scheidegg sowie das Reizklima der Region in das Outdoor-Therapieprogramm mit ein. „Gerade das Waldbaden kann ganzheitlich sinnvoll in den Reha-Prozess integriert werden,“ weiß PD Dr. Hass. „Wissenschaftliche Studien bei Krebspatienten belegen bereits die positiven Effekte auf die Leistungsfähigkeit und das Immunsystem,“ berichtet Hass weiter. Mediziner und die Mitarbeiter der Paracelsus Klinik Scheidegg arbeiten daher bereits seit Jahren daran, diese sinnvollen, teils vergessenen Methoden der klassischen Naturheilverfahren, in die onkologische Rehabilitation und auch in der von PD Dr. Hass geleiteten onkologischen Praxis weiter zu integrieren. Denn eine onkologische Rehabilitation mit naturheilkundlichen Methoden zu ergänzen, macht durchaus Sinn.