11. August 2022

Sonne(n) mit Verstand genießen

Die Sonne: sie streichelt unsere Seele. Sie bringt uns gute Laune und Lebensfreude. Aber Achtung: zu viel UV-Strahlung ist schädlich und der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Kaum eine Krebserkrankung ist so direkt auf unser Verhalten zurückzuführen. Rund 270.000 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr an Hautkrebs. Dabei ist der weiße oder helle Hautkrebs mit etwa 250.000 Erkrankten häufiger, der schwarze Hautkrebs, das sogenannte maligne Melanom, mit über 20.000 Neuerkrankten pro Jahr aber viel gefährlicher.

Die Gefahr der unsichtbaren Strahlen

Dass, die Sonne und Hautkrebs zusammengehören ist sichtlich bekannt. Wie groß die Gefahr allerdings wirklich ist, erklärt Dr. med. Eva-Maria Kalusche-Bontemps, Chefärztin der Paracelsus Klinik am See in Bad Gandersheim: „Gerade in den Sommermonaten ist die UV-Strahlung intensiver. Gefährlich daran ist, dass wir diese Strahlen weder sehen noch spüren können. Ob wir bereits zu lange in der Sonne waren, merken wir oft erst, wenn es zu spät ist. Die Folge: ein Sonnenbrand.“ Die Chefärztin ergänzt: „Was gerne vergessen wird, ist die Tatsache, dass die Sonne überall ist. Selbst, wenn der Himmel voller Wolken ist, man sicher keine direkte Sonne abbekommt, treffen die UV-Strahlen unsere Haut.“ Die Haut ist das größte Organ und äußeren Einflüssen direkt ausgesetzt. Um das Hautkrebsrisiko zu minimieren, ist daher ein richtiger Schutz vor UV-Strahlung insbesondere im Sommer unerlässlich. Nicht nur im Urlaub, sondern auch im Alltag, bei der Gartenarbeit oder beim Outdoor-Sport, empfiehlt die Expertin.

Verschleppte Hautkrebs-Diagnosen verschlechtern die Prognose

Die Prognose hängt unter anderem davon ab, ob es sich um weißen oder schwarzen Hautkrebs handelt und in welchem Stadium der Tumor diagnostiziert wurde. „Eine verschleppte Diagnose birgt insbesondere beim schwarzen Hautkrebs das hohe Risiko, dass der Tumor bereits gestreut hat, was die Prognose deutlich verschlechtert“, warnt die Chefärztin. Wird Hautkrebs jedoch früh erkannt, bestehen grundsätzlich für alle Arten gute Heilungschancen. Die Hautkrebsfrüherkennung ist daher besonders wichtig. Wie wichtig, weiß auch Klaus G., Patient in der Paracelsus Klinik am See. „Ich gehe immer regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge. Zum Glück, denn im April dieses Jahres wurde bei mir schwarzer Hautkrebs festgestellt. Da der Krebs noch in einem frühen Stadium war, konnte das Tumorgewebe mit einem Sicherheitsabstand operiert werden.“ Das Aufatmen war bei Klaus G. groß, als die Nachricht kam, dass der Tumor nicht gestreut hat. „Ich glaube, dass insbesondere Männer und ängstliche Menschen bei den Früherkennungsuntersuchungen zurückhaltender sind“, so der Patient. Dabei können das Hautkrebsscreening alle Personen ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre kostenfrei in Anspruch nehmen. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten auch schon früher. Daher lohnt es sich, dieses überprüfen zu lassen.

Selbstinspektion mit der ABCDE-Formel  

„Als Rehaklinik rufen wir dazu auf, das gesetzliche Hautkrebsscreening regelmäßig in Anspruch zu nehmen, aber auch eine regelmäßige Selbstinspektion der Haut durchzuführen und bei verdächtigen Veränderungen einen Arzt aufzusuchen“, unterstreicht die Chefärztin. Für die Selbstinspektion gibt die Ärztin eine Eselsbrücke: die ABCDE-Formel. Diese Formel kann als Test zur selbstständigen Früherkennung beitragen. Jeder Buchstabe steht für ein Merkmal, die eine pigmentierte Hautveränderung (z.B. ein Muttermal) haben kann: Ist ein Muttermal asymmetrisch (A), hat es keine eindeutigen Begrenzungen (B), ist es in der Color (C) – also der Farbe – uneinheitlich, hat es einen größeren Durchmesser (D) als 5 Millimeter oder hat es sich verändert (E – wie Evolution), sollte es von einem Arzt untersucht werden.

Tipps für warme Sommertage

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist der Schutz vor Sonnenstrahlen. Und zwar das ganze Jahr über. Je weniger die Haut der UV-Strahlung ausgesetzt ist, desto geringer ist das Risiko an weißem oder schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Aus diesem Grund rät die Chefärztin, stets einen sensiblen Blick auf die persönliche Sonnenaussetzung zu wahren, die direkte Mittagssonne zu meiden und Aktivitäten eher auf die kühleren Morgen- und Abendstunden zu verlegen. Auch reichlich wasserfeste Sonnencreme sowie langärmlige und locker sitzende Kleidung seien hilfreich. Darüber hinaus weist die Rehaklinik darauf hin, an warmen Sommertagen ausreichend und regelmäßig zu trinken. Denn das, da sind sich Experten einig, ist bei Hitze überlebenswichtig.

Über die Paracelsus Klinik am See

Zur onkologischen Rehabilitation an der Paracelsus Klinik am See in Bad Gandersheim gehört eine breite Palette gezielter diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen. Diese sollen die körperlichen und seelischen Folgen der Krebserkrankung mildern oder beseitigen. Da die Folgestörungen je nach Art der Erkrankung oder Form der Therapie sehr unterschiedlich sein können, werden die Ziele der onkologischen Rehabilitation individuell an die persönlichen Bedürfnisse der Betroffenen angepasst.