17. Juni 2021

Vom Homeoffice auf die Rennbahn?

Steigende Anzahl an Sportverletzungen machen sich in der Notaufnahme bemerkbar

Bestes Wetter, langersehnte Lockerungen und der Drang nach Bewegung. Drei eigentlich sehr positive Faktoren, die sich jedoch auch in den Fallzahlen der Paracelsus Klinik Bad Ems widerspiegeln. „Wir merken, dass es die Menschen mit den neuen Lockerungen und dem dazu fantastischen Wetter einfach rauszieht und viele ihren Körper wieder in Schwung bringen möchten. Als Mediziner begrüßen wir das natürlich. Leider merken wir auch, dass sich bei dem euphorischen Start in den Sport viele Muskel- und Bänderverletzungen auftun“, so Habib Badwan, der Sektionsleiter der Unfallchirurgie der Paracelsus Klinik Bad Ems.

In den modernen Industriegesellschaften haben die Intensität und Dauer der körperlichen Arbeitsleistung ständig abgenommen. Die vielen Monate in der Corona-Pandemie haben diesen Trend unfreiwillig verstärkt. Die schrittweise Lockerung der Coronabeschränkungen führt bei vielen Menschen zum durchaus positiven Trend, endlich wieder sportlich aktiv zu sein und voll durchzustarten. Die Kehrseite dieser neu gewonnenen Lust an der Bewegung: Steigende Zahlen an Sportverletzungen und Überlastungsschäden.

Schon vor Ausbruch der Pandemie stieg die Zahl der Sportverletzungen kontinuierlich an. Jedes Jahr verletzen sich allein in Deutschland etwa zwei Millionen Menschen beim Sport. Ursachen dafür sind die wachsende Zahl von Freizeitsportlern, der Trend zu Modesportarten mit erhöhtem Verletzungsrisiko und eine vermehrte Risikobereitschaft bei den Sportlern. Außerdem sind die Bewegungsabläufe häufig ungenügend erlernt und Vorsichtsmaßnahmen werden nicht beachtet. Trotzdem sind sich die Sportmediziner darüber einig, dass der gesundheitliche Nutzen des Sports die Risiken um ein Vielfaches übersteigt.

Häufigste Verletzungen: Zerrungen, Muskelfaserrisse, Bänderrisse und Knochenbrüche

Zerrungen können innerhalb von wenigen Tagen heilen. Bei einem Muskelfaserriss allerdings ist die Kontinuität der Muskulatur unterbrochen, es blutet in das verletzte Muskelbündel und in die tastbare Lücke ein. Die Ausdehnung dieses Hämatoms beeinflusst, ob ein Riss innerhalb von zwei Wochen heilen kann. Deshalb sind Druckverband und Kühlung als Erste-Hilfe in der ersten halben Stunde nach der Verletzung extrem wichtig. Es wird in jedem Fall empfohlen, die Verletzung ärztlich begutachten und behandeln zu lassen.

Freizeit- und Sportverletzungen vorbeugen

Um Verletzungen zu vermeiden, sollten einige allgemeine Regeln beachtet werden. So sollte jede sportliche Aktivität routinemäßig mit einer Aufwärmphase beginnen und mit einer Stretching-Phase enden. Zudem empfiehlt sich ein regelmäßiges Training des gesamten Bewegungsapparats. Vor allem bei Trendsportarten wie Inline-Skating ist zusätzlich auf einen ausreichenden Gelenkschutz durch Protektoren zu achten.

Die PECH-Regel im Falle einer Verletzung

Kommt es trotzdem zu einer Verletzung, gilt als Grundsatz für die Erstversorgung die verbreitete PECH-Regel (Pause, Eis, Compression/Druck, Hochlagerung). Eine rasche Behandlung nach diesem Prinzip lindert nicht nur die Schmerzen, sondern verringert auch eine Weichteilschwellung, Ödembildung und Entzündungsreaktion.

Wichtige Tipps von Unfallchirurg Habib Badwan

Die betroffene Region sollte direkt nach dem Unfall mit Eisbeuteln, Umschlägen, Kältekompressen oder Kältespray gekühlt und möglichst hochgelagert werden.  Um den Bluterguss optimal abzuschwellen, sollte die Kältebehandlung 24 Stunden lang fortgesetzt werden. Angenehm kühlend und abschwellend wirken auch Sportgele.

Für eine Weile müssen die betroffenen Gelenke und Muskeln geschont werden, um sie danach Stück für Stück wieder belasten zu können. Ruhigstellung und Hochlagerung sind nach unkomplizierten Verletzungen nur so lange ratsam, bis die Schwellung nachgelassen hat und der akute Schmerz abgeklungen ist. Die Akutphase endet meist mit dem zweiten Tag der Verletzung. Danach sollte die verletzte Region wieder vorsichtig beansprucht werden können.

Unfallchirurgie an der Paracelsus Klinik Bad Ems
In der Paracelsus Klinik Bad Ems stehen mit dem Unfallchirurgen und D-Arzt Habib Badwan und seinem Team erfahrene Experten rund um die Uhr bereit, um Gelenkausrenkungen, Muskel- und Sehnenverletzungen sowie Bänderverletzungen und Knochenbrüche umfassend und schnell zu behandeln.