25. Mai 2022

Superfoods und Heilpflanzen aus dem heimischen Kräutergarten

Superfoods sind in aller Munde und liegen voll im Trend. Doch was verbirgt sich dahinter und müssen es immer exotische Superfrüchte und Supersaaten sein?

Was sind eigentlich Superfoods?

Die Schwestern des Aromazirkels der Paracelsus Klinik Adorf/Schöneck bilden sich regelmäßig im Bereich der Aromapflege weiter, um die Kraft der ätherischen Öle gezielt anzuwenden. Sie besuchen zudem auch Kräuterlehrgänge und Kräuterführungen, um Aussehen sowie die vielfältige Anwendung von Pflanzen kennenzulernen. Sie wissen genau, was hinter dem Namen „Superfood“ steckt. Im Allgemeinen werden die Lebensmittel als „Superfood“ bezeichnet, die einen besonders hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und/oder sekundären Pflanzenstoffen haben. Sie wirken antioxidativ, schützen die Zellen, wirken dem Hautalterungsprozess entgegen und sollen sogar das Krebsrisiko senken. Das Wissen um die gesunde Ernährung geben sie gern weiter.

Ist es extra nötig exotische Lebensmittel einzuführen, um gesund zu leben?

Hier ein klares NEIN. Unsere heimische Pflanzenwelt – darunter besonders viele Küchenkräuter sind echte Kraftpakete und aufgrund ihrer Regionalität dabei noch nachhaltig. Benita Meinel, Leiterin des Aromazirkels der Paracelsus Klinik Adorf/Schöneck nimmt uns mit auf eine kleine Reise durch den heimischen Kräutergarten.

Vielfältige Anwendung und Wirksamkeit der Heilkräuter

Kräuter sind vielfältig in ihrer Anwendung und in ihrer Wirksamkeit. Viele Jahre in Vergessenheit geraten, erleben Kräuter derzeit ein kleines Revival und zieren viele Fensterbretter, Balkone und Gärten. Gesunde und vollwertige Ernährung steht voll im Trend und so ein kleiner Kräutergarten ist zudem noch dekorativ. Viele Kräuter wie z. B. Koriander, Liebstöckel, Rosmarin, Salbei und Thymian sind echte Bienenfreunde. Ob nun im eigenen Kräutergarten oder auf der Wiese im Wald – Kräuter finden wir fast überall und können auch immer wieder neue Kräuter entdecken. Die Wirksamkeit sowie die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten der Kräuter werden uns immer wieder überraschen. Jedoch sollte man mit Bedacht und Vorsicht an die Verwendung der Kräuter herangehen, denn auch Kräuter können Neben- und Wechselwirkungen auslösen. Wie auch schon Paracelsus sagte: „Die Menge macht das Gift“.

Die Erfahrungen der Heilwirkung begründen sich unter anderem auf Hippokrates und Hildegard von Bingen. Sie entdeckten die verschiedensten Wirkungsweisen von Kräutern. Zum Beispiel die Unterstützung der Konzentration, die Stärkung des Immunsystems, die Anregung des Stoffwechsels, die Kräftigung des Verdauungssystems oder die Unterstützung des Nachtschlafes.

Basilikum, Petersilie, Kresse – Benita Meinel, Aromaschwester der Paracelsus Klinik Adorf/Schöneck kennt sich dabei bestens mit Heil- und Würzkräutern aus und ist der Meinung, weniger ist häufig mehr – auch bei Kräutern. Mit dieser Erfahrung erlangen wir auch Sicherheit im Umgang und in der Anwendung der Pflanzen. Wer Wildkräuter sammeln möchte sollte sich dazu Literatur anschaffen in der die Verwendung, Verarbeitung und Wirkungsweise der Heilkräuter beschrieben ist.

In der Küche echte Kraftpakete

Doch Kräuter haben nicht nur eine heilende Wirkung, man kann sie auch wunderbar in der Küche verwenden. Besonders jetzt wo die Tage wärmer werden, bieten sie vielfältige Möglichkeiten unser Essen zu verfeinern – und haben dabei noch gesunde Nebenwirkungen. Einige der Kräuter und ihre Wirkung stellt uns Benita Meinel vor. Dazu gibt sie Tipps zur Verwendung sowie leckere Rezeptideen.

Basilikum – Basilikum wirkt bei gehaltvollen Speisen verdauungsfördernd. Interessant ist, dass dieses Kraut uns hilft bei den zubereiteten Gerichten Salz einzusparen. Ebenso wirkt Basilikum nervenstärkend. Eine Tasse Basilikum- Tee bei Bedarf am Abend entspannt unser vegetatives Nervensystem.

Petersilie – Petersilie steigert unter anderem den Appetit. Vielleicht in einem leckeren Blütensalat? Dazu eignen sich besonders die gelben, orangen oder rot leuchtenden Blüten der Kapuzinerkresse, die zartblauen Blüten des Borretsches und der Hornveilchen, die kräftigen Tagetesblüten, das zarte rosa der Petunien und Geranien, die Blüten von Gänseblümchen oder die mächtigen Blüten der Nachtkerze.

Schnittlauch – Wer kennt ihn nicht? – Denn er ist ein echter Tausendsassa unter den Kräutern. Er wirkt stoffwechselfördernd, anregend, ist ein Vitamin- und Mineralstoffspender und bringt mit seinen schwefelhaltigen ätherischen Ölen die Verdauungssäfte in Schwung.

Liebstöckel – oder auch Maggikraut ist ein ausgezeichnetes Würzkraut, das viele Speisen verfeinert und abrundet. Besonders in Eintöpfen sollte es nicht fehlen. Als Heilkraut hilft Liebstöckel gegen eine Vielzahl von Verdauungsbeschwerden und auch bei Menstruationsbeschwerden. In der Schwangerschaft sollte man Liebstöckel meiden.

Dill – Dill verhilft nach einem heißen Sommertag zu einem besseren Nachtschlaf. In einem Salat oder Dip schmeckt er fein und würzig. Das Kraut wirkt dabei sanft verdauungsfördernd.

Kresse – In einem Wildkräutersalat hat Kresse einen antibiotischen Effekt. Die scharfen Blättchen und Blüten sorgen für eine gute Verdauung. Kresse unterstützt die Vitalität. So hilft uns ein wenig Kresse nach der Mittagspause wieder mit Elan zu starten!

Rezepttipp: Zwei Äpfel in dünne Scheiben/Spalten schneiden, mit einigen Tropfen Honig (Akazie) beträufeln. Wer möchte, auch mit etwas Zitronensaft und danach mit Blüten der eigenen Wahl belegen. Zum Schluss wird die Petersilie sehr klein gezupft und über die Blüten gegeben. Mit Pfeffer aus der Mühle bestreut gibt es eine herzhafte Note. Dann für etwa 20 Minuten ziehen

lassen oder abgedeckt in den Kühlschrank gestellt ist der Salat bis zum Abend haltbar.

Rezepttipp: 1 Teelöffel Dillfrüchte getrocknet oder Sprossspitzen (vor der Blüte) mit zwei Tassen kochendem Wasser aufgießen. 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Vor dem Zubettgehen schluckweise trinken.