Kontinenzzentrum

Unsere Fachärzte sind Spezialisten für moderne Inkontinenz-Behandlungen. Wenn bei Blasenschwäche konservative Therapien nicht mehr helfen, kann eine Inkontinenz-OP nachhaltig Erfolg bringen.

Inkontinenz-Sprechstunde:

Dr. med. Stephan Siepmann
Oberarzt

Mittwoch 11.00 – 15.00 Uhr
Anmeldung unter: T 0211 4386-101

Training, Biofeedback oder doch eine Inkontinenz-OP ?

Blasenschwäche kann mit verschiedenen konservativen und medikamentösen Verfahren oder durch eine Operation erfolgreich behandelt werden

Harninkontinenz ist der medizinische Ausdruck für Blasenschwäche und ist definiert als „Zustand mit jeglichem unwillkürlichen Urinverlust, der ein soziales oder hygienisches Problem darstellt“. Etwa 30 bis 60 Prozent der Menschen ab 50 sind von Harninkontinenz betroffen. Unsere Spezialisten behandeln alle Formen der Blasenschwäche. Neben konservativen Methoden sind heute viele moderne Inkontinenz-OPs möglich.

Im Zusammenhang mit der Inkontinenz-Behandlung möchten wir Patienten auch von dem unbehaglichen Gefühl und der Unsicherheit und Sorge, dass Menschen die Blasenschwäche bemerken könnten, befreien.

Blasenschwäche und der unfreiwillige Verlust von Urin können vielfältige Ursachen haben. Man unterscheidet folgende Formen:

  • – Belastungsinkontinenz / Stressinkontinenz
  • – Dranginkontinenz
  • – Reflexinkontinenz
  • – Überlaufinkontinenz
  • – extraurethrale Inkontinenz

Nur ein kleines Problem oder doch eine große Belastung?

Bei Blasenschwäche bekommen Sie von Ihrem Urologen eine Überweisung in unser Kontinenzzentrum. Hier können wir Ihnen umfassend, individuell und vor allem nachhaltig helfen.

Diagnostik – Behandlung / Inkontinenz-OP – Nachsorge

Ablaufplan bei Blasenschwäche oder Inkontinenz

Klinische Diagnostik bei Blasenschwäche

In unserer Fachklinik für Inkontinenzbehandlung legen wir höchsten Wert auf genaue Diagnostik mit modernen Methoden.

Diagnostische Verfahren:

  • Basisuntersuchungen
  • Befragung (Verwendung von Inkontinenzfragebögen)
  • Klinische Untersuchung
  • Urinuntersuchung
  • Miktionsprotokoll
  • Vorlagen-Test (Pad-Test)
  • Spezielle urologische Diagnostik
  • Ultraschalluntersuchung der Harnblase und Nieren
  • Perineale Sonographie
  • Urodynamische Untersuchung (Funktionsprüfung von Blase und Schließmuskel)
  • Zystographie (Röntgenuntersuchung der Harnblase)
  • Dynamisches Beckenboden-MRT

Inkontinenz-Behandlung durch Konservative Therapie

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Beckenbodentraining gegen Blasenschwäche und Probleme beim Wasserlassen ist für Betroffene jeden Alters und Geschlechts geeignet. Ziel der gymnastischen Übungen ist, den gesamten Muskelapparat des Beckenbodens zu kräftigen und so den Blasenschließmuskel zu stärken. Vor allem nach Operationen im kleinen Becken, im Bereich der Schließmuskeln oder nach einer Geburt kann die Verschlusskraft geschwächt sein. Die einzelnen Übungen werden unter ausführlicher fachlicher Anleitung in Kooperation mit Physiotherapeuten durchgeführt. Beckenbodenübungen erfordern Geduld und Ausdauer, doch die Mühe lohnt sich.

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Patienten, die nicht selbst aktiv ihren Beckenboden anspannen können, kann Elektrostimulation helfen – sowohl bei Belastungsinkontinenz / Stressinkontinenz als auch bei Drang- oder Misch-Inkontinenz. Bei der Elektrostimulation wird der Schließmuskel passiv durch elektrische Stromimpulse mit einer Frequenz von 5 oder 10 Hz angespannt. Dazu werden die Elektroden mit einer Sonde in die Scheide oder in den After eingeführt. Durch den direkten Einfluss auf die Nerven wird eine Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur hervorgerufen. Diese kann eine Normalisierung des Reflexmusters des Schließmuskels bewirken. Die Kraft der Muskulatur nimmt zu, der Muskeltonus steigert sich und die Kontraktionsfähigkeit des Beckenbodens wird verbessert.

Eine Inkontinenz-Behandlung durch Elektrostimulation mit Sonde ist vergleichsweise einfach und kann leicht Zuhause durchgeführt werden. Eine Behandlungssequenz liegt bei etwa 30 Minuten ein- bis zweimal täglich. Bei regelmäßiger Anwendung werden nach etwa sechs Monaten häufig Erfolgsraten von fast 90 Prozent erzielt. Für eine dauerhafte Besserung kann die Stimulation nach Beendigung der initialen Behandlung fortgesetzt werden.

Nicht geeignet ist Elektrostimulation in folgenden Fällen:

  • Harnwegsinfektionen
  • Uterus myomatosus mit Wachstumstendenz
  • Harnretention
  • Schwere Herzrhythmusstörungen
  • Schwangerschaft
  • Menstruation, Zwischenblutung
  • Entzündungen (Kolpitis) bei Patienten mit Herzschrittmacher

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Hat der Patient nur wenig Gefühl für den Beckenboden, was zu Problemen beim Wasserlassen führt, helfen Biofeedback-Geräte. Dabei wird eine Sonde über die Scheide oder den After eingeführt. Der Betroffene spannt dann den Beckenbodenmuskeln an und die Sonde misst die kleinen elektrischen Impulse, die bei der Muskelanspannung entstehen. Die Impulse werden beispielsweise in ein akustisches Signal umgewandelt. Das Gerät vergleicht die Werte mit den vorgegebenen Ziel-Werten. Werden diese erreicht, erhält der Patient ein Signal. Die optische oder akustische Anzeige des Trainings zeigt Erfolge direkt an und motiviert zum Training.

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Eingesetzt wird der Magnetstuhl bei Blasenschwäche wie Dranginkontinenz, Stressinkontinenz sowie Mischinkontinenz, aber auch bei Inkontinenz nach Entfernung der Prostata. Bei dieser schmerzfreien Therapie sitzt der Patient angezogen auf einem Therapiestuhl. Er muss sich nicht entkleiden und ihm werden keine Elektroden an die Haut gesetzt oder Sonden eingeführt. Unter der Sitzfläche befindet sich ein Magnetkopf, der elektromagnetische Impulse erzeugt. Diese reizen die Nervenzellen und lösen kurze pulsartige Muskelkontraktionen der Beckenbodenmuskeln aus. Der Urologe passt während der Behandlung die Intensität der elektromagnetischen Impulse individuell an den Patienten an. Mit dieser Therapie wird passiv der Schließmuskel der Harnblase und die Beckenbodenmuskulatur trainiert. Die Behandlung ist vollkommen nebenwirkungs- und schmerzfrei.

Je nach Verordnung des Arztes genügen acht bis zwölf Sitzungen über zwanzig Minuten, um zu spürbaren Erfolgen zu kommen. Nicht geeignet ist die Behandlung für Patienten mit Herzschrittmachern oder künstlichen Hüftgelenken aus Metall.

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Zum Beckenbodentraining bei Belastungsinkontinenz eignet sich schonendes Vibrationstraining. Dabei steht oder liegt der Patient auf einer elektronisch gesteuerten Vibrationsplatte. Das Verfahren funktioniert nach dem Prinzip der reflexinduzierten Muskelkontraktion: Während der Vibration wird der Muskel passiv gedehnt, sodass die Sensoren im Muskelgewebe aktiviert werden und ein Signal zum Rückenmark senden. Dort wird das Signal umgeschaltet und zum Muskel zurückgeschickt, dadurch zieht er sich reflexartig zusammen.

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Zur Inkontinenzbehandlung bei Frauen sind Pessare gut geeignet. Ein Pessar ist eine Schale, ein Ring oder Würfel aus körperverträglichem, nicht-allergenem Gummi oder Silikon. Durch Tragen eines Pessars wird den Organen im Becken Halt gegeben und die Beckenboden-Muskulatur gestärkt. Dadurch können verschiedene Grade der Scheiden- und Gebärmuttersenkung behandelt werden. Das Pessar wird mit Gleitmittel in die Scheide eingeführt – das kann die Patientin auch selbst machen. Je nach Grad der Inkontinenz können die Pessare ganztags oder nur bei körperlicher Belastung getragen werden. Beim Toilettengang muss das Pessar nicht entfernt werden. Zur Entfernung gibt es einen Rückholfaden. Anschließend genügt eine Reinigung mit Wasser und es kann wiederverwendet werden.

Inkontinenz-Behandlung durch Medikamentöse Therapie

Vor allem zur Behandlung der Dranginkontinenz stehen wirksame Medikamente zur Verfügung, wie Oxybutynin, Trospiumchlorid, Propiverin-hydrochlorid, Tolterodin, Darifenacin, Solifenacin und Fesoterodie. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Verabreichungsform, Effizienz und unerwünschter Wirkungen mitunter deutlich voneinander. Lokale Östrogene können die Drangsymptomatik ebenfalls verbessern.

Inkontinenzbehandlung durch operative Therapie

In der modernen Urologie werden mittlerweile viele erprobte Inkontinenz-OP-Varianten angewandt. Hier ist eine differenzierte und genaue Diagnostik Voraussetzung, um für jeden Patienten und jede Patientin die passende Methode auszuwählen.

Inkontinenzchirurgie / Inkontinenz-OP bei Männern

Jeder Mann kann von Harninkontinenz betroffen sein. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, allen voran Alter und vorangegangenen Operationen. Bei Männern tritt ein unwillkürlicher Urinverlust häufig als Folge einer Prostata-Operation (z.B. einer Prostatektomie) auf oder nach anderen operativen Eingriffen am Becken.

Nach Ausschöpfung der konservativen Behandlungsmöglichkeiten wie gezieltes Beckenbodentraining und medikamentöse Therapie können bei Blasenschwäche verschiedene Operationsmöglichkeiten zur Wiederherstellung des Haltevermögens in Betracht gezogen werden.

Inkontinenz-OP-Varianten bei Männern:

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Eines der häufigsten Verfahren zur Korrektur einer männlichen Inkontinenz nach Operationen ist die Implantation eines sogenannten Advance® Bandes. Hierbei wird ein Band unterhalb der Harnröhre eingezogen, das die Harnröhre wieder in die ursprüngliche anatomische Position bringt und die korrekte Betätigung des Schließmuskel wieder möglich wird. Voraussetzung hierfür ist ein intakter Schließmuskel und eine nur leichte bis mittelgradige Inkontinenz.

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Eine innovative und schonende Behandlung der Inkontinenz nach operativen Eingriffen an der Prostata ist die Implantation eines ATOMS-Systems. Dieses bewährte adjustierbare, das heißt im Verlauf anpassbare, Sphinkter-Unterstützungs-System (Firma A.M.I.®), wird minimalinvasiv über einen einzelnen circa fünf Zentimeter langen Hautschnitt zwischen Hodensack und After in Narkose oder Rückenmarksbetäubung implantiert. Vorteile dieses Systems sind die Langzeit-Adjustierbarkeit, welche auch nach Monaten ohne Narkose durch einfache Nadelpunktion und je nach Bedarf auch mehrfach erfolgen kann, sowie seine Einsetzbarkeit bei fast allen Graden der Belastungsinkontinenz des Mannes, auch nach Bestrahlung.

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Je nach Ausprägung der Blasenschwäche, der manuellen und geistigen Fähigkeiten, der Restfunktion des Schließmuskels und anhängig vom Wunsch der Betroffenen kann die Therapie mit einem künstlichen Schließmuskel erfolgen.

Die Implantation eines künstlichen Schließmuskel – auch artifizieller Sphinkter genannt – dient der Behandlung schwerer Formen von Harninkontinenz. Diese Methode steht seit ca. 1980 zur Verfügung, seitdem werden diese Systeme kontinuierlich modifiziert und verbessert. Der künstliche Schließmuskel hat eine hohe Erfolgsrate. So sind 75 bis 90 Prozent der Patienten nach der Implantation kontinent.

In der Regel besteht ein künstlicher Schließmuskel aus drei Komponenten: einer Manschette um die Harnröhre, einer Pumpe im Hodensack und einem Reservoir.

Auch der künstliche Schließmuskel oder artifizielle Sphinkter von Boston Scientific (AMS 800) besteht aus drei Funktionseinheiten, die durch ein Schlauchsystem miteinander verbunden sind:

  • Manschette, der sogenannte Cuff, der um die Harnröhre liegt
  • Pumpe, mit der der Füllungszustand der Manschette reguliert wird
  • Reservoir, das mit Wasser oder Kontrastmittelgefüllt ist.

Der künstliche Schließmuskel oder artifizielle Sphinkter von der Firma ZSI (Zephyr 375) vereint das Reservoir mit der Pumpe in einem, so entfällt die Anlage eines Reservoirs im Unterbauch.

Inkontinenzchirurgie / Inkontinenz-OP bei Frauen

In Deutschland sind bis zu 15 Millionen Frauen von Inkontinenz betroffen. Das bedeutet, dass jede dritte bis vierte Frau irgendwann in ihrem Leben – zumindest vorübergehend – an Blasenschwäche leidet. Besonders häufig betroffen sind Schwangere, Übergewichtige oder Frauen mit schwacher Beckenbodenmuskulatur. Durch eine Vielzahl unterschiedlicher Behandlungsmethoden ist heutzutage in sehr vielen Fällen eine Heilung, zumindest aber eine deutliche Besserung des Leidens möglich.

Inkontinenz-OP-Verfahren bei Frauen:

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Bei der TVT-Operation (Tension-free-Vaginal-Tape) wird ein spannungsfreies Vaginalband implantiert. Diese OP ist bei Patientinnen mit Belastungsinkontinenz als auch Frauen mit Mischinkontinenz (kombinierte Belastungs- und Dranginkontinenz), bei denen die Belastungskomponente führend ist, indiziert. Anstelle der TVT-Operation können Varianten dieser Operation (TOT-Operation, Minischlingen) oder in ausgewählten Fällen die sogenannte Operation nach Burch durchgeführt werden.

TVT-Operation:
Etwa zwei Zentimeter unterhalb der Harnröhrenmündung wird ein Schnitt in der Scheidenschleimhaut gesetzt. Ein geflochtenes Kunststoffband aus Polypropylen wird mittels einer Nadel beidseitig der Harnröhre ein- und hinter dem Schambein hinaufgeführt. Das Band wird spannungsfrei (Tension-free-Vaginal-Tape = TVT“) unter die Harnröhre gelegt. Der Schleimhautschnitt wird mit einem resorbierbaren (selbstauflösenden) Faden genäht.

Beim TOT (transobturatorisches Tape) wird das Band zu beiden Seiten in Richtung der tiefen Leistenbeuge geführt. Es liegt also flacher, eher wie eine Matratze, unter der Harnröhre. Die Bandenden wachsen von selbst in das Gewebe ein.

TVT-Band: Es wird in U-Form unter der Harnröhre platziert, es endet rechts und links oberhalb des Schambeins. Die Enden sind nicht zu spüren.

TOT-Band: Bei diesem OP-Verfahren wird das Band flacher eingesetzt, es endet auf beiden Seiten in der tiefen Leistenbeuge.

Minischlinge: Dieses Band ist kürzer und nicht so breit. Es hat auf beiden Seiten Fäden mit Kunststoff-Ankern, die in das Gewebe gesetzt werden.

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Senkungsoperationen kommen in Frage, wenn durch Ausrisse in der Scheidenaufhängung Blase, Dünndarm oder Enddarm in die Scheide hineinwölben oder aus dieser herausdrücken und sich dadurch eine Blasenschwäche entwickelt hat. Diese Defekte der Aufhängung bzw. der Scheidenhaut lassen sich operativ unter Verwendung von körpereigenem Material oder künstlicher Netze beheben.

Bei Senkungsoperationen ohne Netz wird das defekte Bindegewebe gerafft und auf diese Weise gestrafft. Bei einer Senkung der vorderen Scheidenwand wird das überdehnte Gewebe häufig zwischen Blase und Scheide gedoppelt. Bei einer Senkung der hinteren Scheidenwand wird das Gleiche mit dem Gewebe zwischen Enddarm und Scheide durchgeführt.

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Dieses Inkontinenz-OP-Verfahren kann bei einer Senkung des Scheidenendes (Scheidenstumpfdeszensus, Enterozele) und dadurch bedingten Darmfunktionsstörungen wie z.B. Stuhlinkontinenz durch Obstipation durchgeführt werden, wenn die Gebärmutter nicht mehr vorhanden ist. Über eine Bauchspiegelung wird ein Kunststoffnetz an der hinteren und vorderen Scheidenwand mit mehreren Fäden angebracht. Das gegenläufige Ende des Netzes wird an einer körpereigenen Bindegewebsstruktur im Bereich des Kreuzbeins befestigt. Dadurch wird die Scheide wieder in ihrer normalen Lage stabilisiert und senkt sich auch bei Belastung nicht mehr wesentlich ab. Da sich weder Netz noch Fäden auflösen, ist die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Senkung im Bereich des Scheidenendes sehr gering.

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Operation nach Burch (Kolposuspension)
Bei dieser Inkontinenz-OP wird die Bauchdecke entweder durch einen niedrigen Querschnitt (Bikinischnitt) geöffnet oder die Operation wird laparoskopisch durchgeführt. Die Operationsschritte werden vom Operateur im Raum hinter dem Schambein, vor Scheide und Blase, und nicht in der Bauchhöhle selbst, durchgeführt. Mit Fäden, die sich nicht auflösen, wird die Scheidenwand oben am Leistenband befestigt. Die Operation behebt die erhöhte Beweglichkeit der Harnröhre, wie sie typischerweise bei der Belastungsinkontinenz vorliegt. Das Verschließen der Wunde geschieht mit selbstauflösendem Nahtmaterial. Der Faden muss nicht entfernt werden.

Nach der laparoskopischen Burch-Operation haben Patientinnen weniger Schmerzen, müssen kürzer im Krankenhaus bleiben, und die Katheterisierung dauert ebenfalls kürzer.

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Die laparoskopische Pectopexie ist eine beidseitige Fixation des Scheidenendes bzw. Gebärmutterhalses an den Lig. ileopectineum mittels eines Netzes. Das ist eine Alternative zur Fixation am Lig. longitudinale anterius, also der klassischen laparoskopischen Sakrokolpopexie bzw. Sacrohysteropexie. Dieses Verfahren wird je nach Schwere der Scheidensenkung sowie der Beschwerden gewählt. Außerdem spielen bei der Wahl zwischen Pectopexie und Sakrokolpopexie die anatomischen Gegebenheiten eine ausschlaggebende Rolle.

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Seit Mai 2019 setzt die Paracelsus-Klinik Düsseldorf Golzheim den OP-Roboter Da Vinci® in der urologischen Chirurgie ein. Dieser OP-Roboter ist das derzeit modernste Verfahren auf dem Gebiet der minimalinvasiven Roboter-assistierten Chirurgie und bietet Patienten erhebliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Verfahren:

  • geringerer Blutverlust
  • schnelle Wundheilung und weniger Wundschmerzen
  • seltener Narbenbrüche (nach der OP)
  • kürzere Krankenhaus-Verweildauer

Operationen zur Beckenbodenrekonstruktion (Sakrokolpopexie, Kolposuspension, Pectopexie) werden in der Paracelsus-Klinik Golzheim mit dem Da Vinci®-OP-Roboter durchgeführt. Im Vergleich zum herkömmlichen laparoskopischen Operationsverfahren können mithilfe des Roboters Strukturen besser identifiziert und feiner präpariert werden.

Mehr Information zum Roboter-Assistierten Operieren finden Sie auf https://www.paracelsus-kliniken.de/fach/golzheim-duesseldorf/zentren/roboter-assistiertes-operieren-mit-da-vinci/

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Die sakrale Neuromodulation ist ein modernes, innovatives und minimal-invasives Therapieverfahren zur Behandlung von Beckenbodenfunktionsstörungen und Problemen beim Wasserlassen. Durch einen Blasenschrittmacher werden die Sakralnerven, die Blase und Enddarm steuern, mit sanften elektrischen Impulsen angesprochen. Eine Vielzahl von Studien hat die klinische Effektivität dieser Technik bei Patienten mit überaktiver Blase (OAB), chronischer nicht-obstruktiver Harnretention (Harnverhalt)und bei Patienten mit Stuhlinkontinenz sowie chronischer Obstipation (Verstopfung) gezeigt.

Als erste Klinik in Düsseldorf setzt die urologische Fachklinik in Golzheim den Blasenschrittmacher regelmäßig zur Behandlung bei Inkontinenz und Blasenfunktionsstörungen ein.

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Bei dieser relativ unkomplizierten Behandlungsmethode bei Blasenschwäche wird ein spezieller Kunststoff neben den Harnröhrenschließmuskel gespritzt. Der Kunststoff bewirkt, dass sich der Schließmuskel wieder vollständig verschließen kann. Gleichzeitig ist der Kunststoff nicht biologisch abbaubar, wodurch er nicht schrumpft und nicht in das Gewebe einwächst. Der Kunststoff ist individuell dosierbar, bleibt flexibel, passt sich an die Umgebung an und beeinträchtigt nicht das empfindliche Gewebe der Harnröhre. Dieses Verfahren zur Inkontinenz-Behandlung kann sowohl bei jungen Frauen mit Kinderwunsch als auch bei Frauen in hohem Alter angewendet werden. Bei Bedarf lässt sich das Implantat problemlos durch einen kleinen lokalen Eingriff entfernen.

In Düsseldorf bietet die Paracelsus Klinik Golzheim Düsseldorf als einzige Fachklinik für Inkontinenzbehandlung und als eine von wenigen Kliniken in NRW diese Behandlungsmethode an.

Ablauf des Eingriffs

Der Eingriff wird unter örtlicher oder Vollnarkose, je nach Wunsch und körperlicher Verfassung der Patientin, durchgeführt. Urolastic ist leicht injizierbar und polymerisiert innerhalb von Sekunden zu einem homogenen, biokompatiblen Elastomer. Urolastic bleibt flexibel und passt sich an die Umgebung an. Die Patientin ist sofort nach dem Eingriff kontinent. Zur Nachbeobachtung und eventuellen Schmerzbehandlung mit Medikamenten bleiben die Patientinnen eine Nacht in der Klinik. Ein paar Tage nach dem Eingriff kann es zu leichten Schmerzen kommen, die aber schnell abklingen. Meistens können die Patientinnen bereits nach sechs Wochen ihre Sport- oder Freizeitgestaltung wieder aufnehmen.

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Alternative zur Operation

Botulinumtoxin, besser bekannt unter der Kurzbezeichnung Botox, wird zur Inkontinenz-Behandlung eingesetzt, wenn nicht-operative Optionen ausgeschöpft sind oder aufgrund von Nebenwirkungen nicht weitergeführt werden können. Geeignet ist dieser Eingriff für Patienten mit Problemen beim Wasserlassen wie idiopathisch überaktive Blase, mit den Symptomen Dranginkontinenz, imperativer Harndrang und häufiges Wasserlassen. Botox eignet sich auch für Patienten mit zu hohen Blasendrücken infolge einer überaktiven Harnblase, Dysregulation von Blasenmuskel und Schließmuskel und für Männer mit einer gutartigen Prostatavergrößerung. Bei schwangeren Frauen und während der Stillzeit darf die Behandlung nicht durchgeführt werden.


Wie es wirkt

Botulinumtoxin hemmt die Ausschüttung von Acetylcholin aus den Nervenzellen – das ist der Botenstoff, den die Muskelfasern zum Bewegen brauchen. Dadurch wird die Signalübertragung blockiert und die Muskeln werden mehr oder weniger gelähmt. Botox-Injektionen können ständigen Harndrang beseitigen, die Blasenkapazität erhöhen sowie den Blasendruck absenken. Das Botulinumtoxin wirkt nicht sofort. Erst nach sieben bis zehn Tagen beginnt die Wirkung und hält dann in der Regel sechs bis zwölf Monate. Danach muss die Injektion wiederholt werden.

Ablauf der Inkontinenz-Behandlung mit Botox

Vor einer Botox-Injektion muss eine ausführliche urologische Untersuchung sowie eine Blasenspiegelung und Urinkontrolle durchgeführt werden, um einen Harnwegsinfekt auszuschließen. Liegt ein Harnwegsinfekt vor, muss dieser zuerst medikamentös behandelt werden. Eine Woche vor bis zwei Wochen nach dem Eingriff dürfen keine blutverdünnenden Medikamente eingenommen werden. Zudem darf keine weitere Anwendung von Botox an einem anderen Körperteil innerhalb von drei Monaten erfolgt sein.

Botox ambulant statt Inkontinenz-OP

Bei Patienten mit idiopathisch überaktiver Blase oder mit zu hohem Blasendruck erfolgt die Botox-Injektion meist kurzstationär, in manchen Fällen wird der Eingriff auch ambulant durchgeführt. In Narkose oder einer Spinalanästhesie wird endoskopisch mit einer dünnen Nadel an mehreren Stellen eine kleine Menge Botox in die Harnblasenmuskulatur eingespritzt. Das dauert nur wenige Minuten. Nach der Injektion wird ein Katheter für ein bis zwei Tage gelegt. Mögliche Nebenwirkungen sind eine Restharnbildung (unvollständige Entleerung der Harnblase) und sehr selten eine vorübergehende Harnsperre.

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