Patienten-Umfrage
Fachbereich

Blasenzentrum

Blasensprechstunde

Oberarzt Dr. med. Frantisek Kunec
Funktionsoberarzt Dr. med. David Schulz

12.00 – 15.00 Uhr

Chefarzt-Sekretariat
T 0211 4386-101

Harnblasenkrebs: Diagnose und Therapie mit medizinischer Expertise und modernen Untersuchungsverfahren

Bei der Blasenkrebs-Therapie kommt es zunächst darauf an, ein mögliches Karzinom rechtzeitig zu entdecken, da sich ein Harnblasentumor oft zunächst unauffällig und ohne konkrete Beschwerden entwickelt.

Das menschliche Harnsystem besteht aus den Nieren und den ableitenden Harnwegen, zu denen Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre gehören. Bei der Blutreinigung mit Hilfe der Nieren entsteht Urin, der sich in der Harnblase sammelt und von dort aus wieder ausgeschieden wird. Insgesamt kann die Blase etwa 500 ml Urin speichern. Wenn wir gesund sind, spüren wir unsere Blase eigentlich nur dann, wenn sie „drückt“ und uns signalisiert, zur Toilette zu gehen.
Akute Erkrankungen der Blase wie Blasenentzündung oder Blasensteine machen sich meist durch vermehrten Harndrang und Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen bemerkbar.

Symptome bei Blasenkrebs

Im Gegensatz zu akuten Blasenleiden entwickelt sich ein Blasenkarzinom oft über einen langen Zeitraum hinweg unauffällig, das heißt, „klassische“ Symptome zeigen sich erst recht spät. Eins der wichtigsten Anzeichen, das auf eine Blasenkrebs-Erkrankung hinweisen könnte, ist Blut im Urin, vor allem beim schmerzlosen Wasserlassen. Möglich ist häufiger Harndrang mit verminderter Harn-Menge. Ist das Blasenkarzinom weiter fortgeschritten, können auch Schmerzen im Unterleib oder in der Nierengegend vorkommen.

Leistungsspektrum

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  • Tastuntersuchung von Bauch-, Becken-, Nieren- und innerem Genitalbereich
  • Blasenkrebs-Urintest, um Blut im Urin nachzuweisen
  • Ultraschalluntersuchung von Blase und Nieren
  • Die Zystoskopie ist die wichtigste Untersuchungsmöglichkeit zur Diagnose von Harnblasentumoren. Während der endoskopischen Untersuchung können bereits Gewebeproben entnommen werden (Biopsie)
  • Narrow Band Imaging (NBI):
    Die so genannte Schmalband-Bildgebung ist ein optisches Verfahren zur besseren Darstellung von Blutgefäßen und Schleimhautstrukturen. Durch NBI kann die bildgebende Technik des eingesetzten Zytoskops (röhrenförmiges Instrument mit Lichtquelle und optischem System zur Untersuchung der Harnwege und Harnblase) verbessert werden.
  • Photodynamische Diagnostik (PDD):
    ergänzt die klassische Blasenspiegelung. Dabei werden kleinste Tumore der Harnblase mit einem Farbstoff angefärbt und durch eine spezielle Lichtquelle sichtbar gemacht. Die Photodynamische Diagnostik ermöglicht eine vollständigere elektrische Abtragung von Harnblasentumoren, wodurch das Risiko für das Wiederauftreten eines Tumors deutlich gesenkt werden kann.
  • Bei Verdacht auf eine bösartige Erkrankung der Harnblase wird zuerst zur Sicherung der Diagnosen und vor allem zur Festlegung des Stadiums des Blasentumors eine TUR-Blase, eine TransUrethrale Resektion der Harnblase, durchgeführt. Die Größe des Tumors ist für den Befund dabei nicht relevant. Wichtig ist zu erkennen, wie tief er in die Blasenwand hineinwächst.

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Die Transurethrale Resektion (TUR-Blase) wird zur vertieften und sicheren Diagnostik angewandt. Bei oberflächlichen Befunden wird noch während der TUR der Tumor mit Hilfe eines Endoskops abgetragen und entfernt.

Je nach Tiefe der Blasenwandinfiltration und Anzahl der Tumoren wird anschließend entweder eine regelmäßige urologische Kontrolle (Blasenspiegelung in den ersten zwei Jahren alle zwei Monate, im dritten und vierten Jahr halbjährlich, ab dem fünften Jahr einmal jährlich) oder eine Wiederholung des Verfahrens empfohlen.

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Bei tief wachsenden Tumoren, wenn bereits die Muskelschicht der Harnblase betroffen ist (klinisches Stadium pT2 oder mehr) oder bei lokal nicht beherrschbaren Tumoren wird die Entfernung der gesamten Harnblase empfohlen, die radikale Zystektomie. Beim Mann entfernt man Blase, Prostata, Samenblasen und Lymphknoten im kleinen Becken, bei der Frau werden die Blase, der Uterus, Vaginalwand und die Lymphknoten entfernt.

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Nach radikaler Entfernung der Harnblase wird in Abhängigkeit des lokalen Befundes und Tumorstadiums entweder die Indikation zur inkontinenten oder kontinenten Harnableitung gestellt. Zu inkontinenten Harnableitungen gehören die Harnleiter-Haut-Fistel und das Ileum-Conduit. Die Harnleiter-Haut-Fistel ist eine einfache Harnableitung, welche ohne Darm konstruiert werden kann. Entscheidender Nachteil der Harnleiter-Haut-Fistel ist die häufige Notwendigkeit der dauerhaften Harnleiterschienenversorgung.

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Das Ileum-Conduit ist ein künstlicher Harnausgang, bei dem der Harn durch die Bauchdecke abgeleitet wird. Für das Conduit, die Leitung, wird ein 10-15 Zentimeter langes Darmsegment verwendet, das auf der einen Seite die beiden Harnleiter aufnimmt. Die andere Seite wird aus der Bauchdecke in einer Öffnung (Stoma) ausgeleitet. Die Blutversorgung des Darmsegmentes bleibt erhalten. Man spricht von einem Ileum-Conduit, wenn Dünndarm (Ileum) verwendet wird. Der Urin fließt kontinuierlich von den beiden Harnleitern über das ausgeschaltete Darmsegment und das Stoma nach außen ab (künstlicher Ausgang).

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Kontinente Harnableitung bedeutet, dass nach Blasenkrebs eine Kunstblase die Funktion der entfernten Harnblase übernimmt. Diese neue Blase (Neoblase) wird aus einem etwa 60 Zentimeter langen Stück Dünndarm geformt. Die Harnleiter werden in die neue Blase implantiert, anschließend erfolgt der Anschluss an die Harnröhre mit dem Schließmuskel, so dass nach einer gewissen Zeit eine normale, selbstbestimmte Miktion (Entleerung) über die Harnröhre vollzogen werden kann.

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Bei fortgeschrittenen Tumoren kann zusätzlich eine Chemotherapie vor oder nach der Operation in Erwägung gezogen werden, um den Behandlungserfolg zu verbessern und das Risiko für die Bildung von Tochtergeschwulsten zu verringern.

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Eine Strahlentherapie kann unter Umständen in Verbindung mit einer Chemotherapie durchgeführt werden.

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