Restless Legs Syndrom (RLS)

Das Restless Legs Syndrom zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen, obwohl sie immer noch weitgehend nicht oder fehldiagnostiziert wird. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland über 65 Jahre sind betroffen. Patienten mit RLS klagen über unangenehme Empfindungen der Beine, die nahezu ausschließlich in Ruhe- oder Entspannungssituationen auftreten.

Die Symptome des Restless Legs Syndroms werden als Kribbeln, Stechen, Brennen oder ziehende Schmerzen “tief in den Muskeln” beschrieben. Die Beschwerden gehen meist von den Unterschenkeln aus, gelegentlich sind sie nur um das Kniegelenk lokalisiert, manchmal auch in den Hüften oder Sprunggelenken. Beim fortgeschrittenen und schweren RLS können auch die oberen Extremitäten, meist die Unterarme, und in seltenen Fällen der gesamte Körper betroffen sein. Ein entscheidendes Kriterium für RLS ist das gleichzeitige Auftreten dieser Beschwerden mit einem äußerst unangenehmen, nicht unterdrückbaren Bewegungsdrang der betroffenen Extremitäten.
Typische Situationen, in denen ein Auftreten oder eine Zunahme von RLS geschildert wird, sind Auto-, Bus- und Flugreisen, Kino- und Theaterbesuche, längere Konferenzen, Immobilisation von Extremitäten durch einen Gipsverband oder krankheitsbedingte Bettruhe. Neben dem ausschließlichen Auftreten der Symptomatik in Ruhe ist für die RLS-Erkrankung auch typisch, dass die Symptome durch Aktivität reduziert werden – ein entscheidendes Merkmal zur Abgrenzung gegenüber anderen Bewegungsstörungen.

Viele Patienten berichten spontan, dass sie besonders am Abend unter den Beschwerden leiden. Während Ruhephasen am Morgen meist symptomfrei verlaufen, beginnen am späten Nachmittag häufig erste Symptome.

Die Therapie des Restless Legs Syndroms besteht überwiegend in der Gabe von dopaminhaltigen Substanzen, entweder L-Dopa selbst (derzeit einziges zugelassenes Medikament in Deutschland ist Restex) oder so genannten Dopaminagonisten, die bisher noch nicht zugelassen sind, aber eine Zulassung anstreben. Die Behandlung des RLS sollte ausschließlich von einem Arzt erfolgen, der mit der Behandlung dopaminerger Medikamente vertraut ist.

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