Tiefe Hirnstimulation (THS)

Die Paracelsus-Elena-Klinik behandelt erfolgreich und nachhaltig Parkinson-Patienten mittels THS – Tiefe Hirnstimulation. Bei der THS-Operation wird ein Hirnschrittmacher implantiert.

THS – Hilfe vom Hirnschrittmacher

Bei der tiefen Hirnstimulation (THS) wird das Gehirn durch einen Hirnschrittmacher mit gezielten elektrischen Impulsen angesprochen. Dazu werden während einer Operation zwei Elektroden beidseitig in ein Kerngebiet tief im Gehirn eingesetzt. Diese werden mit einem programmierbaren, batteriebetriebenen Impulsgeber verbunden. Verbindungskabel und Impulsgeber werden unter die Haut verlegt. Durch ständige elektrische Impulse dieses Hirnschrittmachers wird das Kerngebiet in seiner Funktion beeinflusst. Dadurch lassen sich ein schweres Halte- und Aktionszittern beim essentiellen Tremor, abnorme Bewegungen und Verkrampfungen bei einer Dystonie-Erkrankung sowie die Kernsymptome Rigor, Ruhetremor und Akinese beim Morbus Parkinson nachhaltig lindern.

THS OP zum einsatz eines Hirnschrittmachers

Für wen ist eine THS-OP sinnvoll?

Patienten mit einem Morbus Parkinson, einem essentiellen Tremor oder einer Dystonie können von einer THS profitieren, insbesondere wenn eine konservative Behandlung mit Medikamenten nicht oder nicht mehr zu einer zufriedenstellenden Symptomkontrolle führt. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen inzwischen, dass durch Tiefe Hirnstimulation Parkinson zwar nicht geheilt wird, aber die verbesserte motorische Symptomkontrolle auch über viele Jahre effektiv bleibt und die Lebensqualität gebessert wird. Das bestätigen auch Erfahrungen Betroffener nach einer THS-OP. Eine sorgfältige Voruntersuchung ist für die Entscheidung zur Operation erforderlich. Bei Patienten mit Morbus Parkinson sind die folgenden Ein- und Ausschlusskriterien zu beachten, um ein optimales Behandlungsergebnis zu erzielen.

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  • biologisches Alter < 75 Jahre
  • idiopathisches Parkinson-Syndrom
  • Krankheitsdauer > 5 Jahre
  • keine relevante Komorbidität
  • Ansprechen der Symptomatik auf dopaminerge Medikation
  • unzureichende Symptomkontrolle unter Medikation bzw. intolerable Nebenwirkungen der Medikation

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  • Demenz
  • schwere Leukenzephalopathie im MRT
  • Nicht medikamenten-induzierte psychiatrische Auffälligkeiten
  • Biologisches Alter > 75
  • Begleiterkrankungen, die die Lebenserwartung einschränken
  • Allgemeine Kontraindikationen für operative Eingriffe
  • Unzureichendes Ansprechen der Symptome auf dopaminerge Medikation

THS Station in der Paracelsus-Elena-Klinik

Seit 2001 bieten wir als Parkinson-Fachklinik die notwendigen Voruntersuchungen für eine Tiefe Hirnstimulation, neurologische Begleitung während der Operation, postoperative Schrittmacher-Einstellung und Nachsorge/Langzeitbetreuung an. Alle zugelassenen THS-Systeme können bei uns betreut werden. Inzwischen haben wir eine Spezialstation für Patienten mit Tiefer Hirnstimulation aufgebaut: die erste THS-Station in Hessen! Dies ermöglicht einen engeren Arzt-Patientenkontakt bei Anpassungen der Schrittmachereinstellung sowie Schulungen und Einweisungen bei wiederaufladbaren Stimulatoren durch speziell geschulte Pflegekräfte. 

Rund um die THS-Operation

Mit Parkinson in die Neurochirurgie

Der operative Eingriff, die eigentliche THS-OP, wird bei unserem Kooperationspartner, der neurochirurgischen Universitätsklinik Göttingen, durchgeführt. Ein Facharzt der Paracelsus-Elena-Klinik begleitet die Patienten im Operationssaal und unterstützt den Neurochirurgen bei der Platzierung der Elektroden. Die Operation erfolgt meist zunächst nur mit lokaler Betäubung. Die Patienten verspüren keine Schmerzen, können aber während des Einsetzens der Elektroden Rückmeldung über erlebte Impulse geben, um eine optimale Platzierung zu ermöglichen. Der weitere Teil der Operation erfolgt in Vollnarkose.

Wenige Tage nach der Implantation des Hirnschrittmachers wird der Patient in die Paracelsus-Elena-Klinik verlegt. Postoperativ erfolgt zunächst unter stationären Bedingungen die Einstellung von Stimulation und Medikation. Die Handhabung des Patienten-Programmierers sowie ggf. der selbständigen Batterieaufladung werden in dieser Phase geschult.

So geht es nach der THS-OP weiter: ambulante Betreuung durch Paracelsus-Elena-Klinik Kassel

Nach Abschluss der Wundheilung und Erreichen einer ausreichenden Stabilität geht der Patient in die ambulante neurologische Betreuung über. Im Folgenden können kurzfristige ambulante Kontakte erforderlich sein, um die Einstellung zu optimieren und Komplikationen wie affektive Entgleisungen oder Wundheilungsstörungen zu vermeiden. Die gesamte Einstellphase der Therapie umfasst im Allgemeinen insgesamt etwa 3 – 6 Monate. Je nach Ausmaß der Funktionseinschränkungen sollte diese Phase durch Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie gezielt rehabilitativ unterstützt werden.

Effekte, Nebenwirkungen und weitere Anwendungen

  • Mit einem Hirnschrittmacher kann die Dosis der Parkinsonmedikamente deutlich verringert werden.
  • Unerwünschte Nebenwirkungen lassen sich meist durch eine veränderte Programmierung des Geräts beheben.
  • Bei ausbleibendem Erfolg kann ein Hirnschrittmacher auch wieder entfernt werden.
  • Tiefe Hirnstimulation wird erfolgreich auch bei Menschen mit schweren Depressionen und Zwangserkrankungen angewendet

Kurzfilm zur THS

Im Filmbeitrag erklärt die leitende Oberärztin PD Dr. med. Friederike Sixel-Döring das Verfahren der Tiefen Hirnstimulation.

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