12. Dezember 2019

Unruhe in den Beinen – RLS – Restless Legs Syndrom

Was ist Restless Legs?
Das Restless Legs Syndrom zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen, obwohl es immer noch weitgehend nicht oder fehldiagnostiziert wird. Von der Gesamtbevölkerung sind ca. zehn Prozent betroffen, überwiegend Frauen. Schätzungen zufolge, sind von diesen zehn Prozent wiederum etwa zehn bis 20 Prozent wegen ausgeprägter Schlafstörungen therapiebedürftig.

Symptome
Patienten mit RLS klagen über unangenehme Empfindungen in den Beinen, die nahezu ausschließlich in Ruhe- oder Entspannungssituationen auftreten. Die Symptome werden als Kribbeln, Stechen, Brennen oder ziehende Schmerzen “tief in den Muskeln” beschrieben. Die Beschwerden gehen meist von den Unterschenkeln aus, gelegentlich sind sie nur um das Kniegelenk lokalisiert, manchmal auch in den Hüften oder Sprunggelenken. Die Missempfindungen können einseitig, beidseitig oder zusammen auftreten. Meist zeigt sich intraindividuell ein konstantes Muster, das über Jahre bestehen bleiben kann. Beim fortgeschrittenen und schweren RLS können auch die oberen Extremitäten, meist die Unterarme, und in seltenen Fällen der gesamte Körper betroffen sein. Ein entscheidendes Kriterium für RLS ist das gleichzeitige Auftreten dieser Beschwerden mit einem äußerst unangenehmen, nicht unterdrückbaren Bewegungsdrang der betroffenen Extremitäten.

Die meisten Betroffenen berichten, dass sie besonders am Abend unter den Beschwerden leiden. Während Ruhephasen am Morgen meist symptomfrei verlaufen, beginnen am späten Nachmittag häufig erste Symptome. Die Zunahme der Symptomatik am Abend kann den subjektiv wahrgenommenen Schlafstörungen manchmal um Jahre vorangehen.

RLS-Beschwerden treten nur in Ruhe- und Entspannungssituationen oder aus dem Schlaf heraus auf. Typische Situationen, in denen ein Auftreten oder eine Zunahme von RLS geschildert wird, sind Auto-, Bus- und Flugreisen, Kino- und Theaterbesuche, längere Konferenzen, Immobilisation von Extremitäten durch einen Gipsverband oder krankheitsbedingte Bettruhe.

Die Symptome können durch aktive Bewegung reduziert werden– ein entscheidendes Merkmal zur Abgrenzung gegenüber anderen Bewegungsstörungen.

Therapie
Die Therapie besteht nach Ausschluss anderer neurologischer Erkrankungen überwiegend in medikamentösen Maßnahmen. Sie sollte ausschließlich von einem Arzt erfolgen, der mit der Behandlung dopaminerger Medikamente vertraut ist. Die Einzelheiten der Therapie können den Leitlinien der Therapie des RLS der DGN entnommen werden. Neben der medikamentösen Behandlung empfehlen wir ergänzend:

  • Training und Entwicklung eines gesunden Schlafverhaltens nach eingehender Untersuchung und Beratung im Schlaflabor der Paracelsus-Klinik Osnabrück
  • psychotherapeutische Begleitung zur Stressbewältigung
  • Anbindung an eine örtliche Selbsthilfegruppe