Drei-Phasen-Konzept

Der Aufenthalt lässt sich in drei Phasen unterteilen. Jede Phase wird individuell mit Ihnen besprochen. Die Dauer der Adaptionsphase beträgt je nach Indikation zwischen drei und vier Monaten. Im Bedarfsfall kann Ihr Aufenthalt auf bis zu sechs Monate verlängert werden.

Phase 1: Eingewöhnung

In den ersten beiden Wochen Ihres Aufenthaltes liegt der Fokus auf der Eingewöhnung in Ihre neue Wohnumgebung und der Einleitung Ihrer zukünftigen eigenständigen Lebensführung. Hierbei liegt der Blick auf:        

  • Ihrer finanziellen Absicherung für die nächste Zeit  
  • der Reflexion und Gestaltung Ihres sozialen Netzwerkes  
  • Ihrer eigenen Werte und Vorstellungen die Zukunft  
  • der Planung Ihrer Tagesstruktur und Haushaltsführung
  • einer ersten Kontaktaufnahme mit Institutionen des Wohnungsmarktes
  • der Praktikums- beziehungsweise Arbeitsplatzsuche

Auch die kommenden Wochen dienen der weiteren Gestaltung dieser Punkte.

Phase 2: Berufspraktikum und Wohnungssuche

In dieser Phase nehmen Sie ein mindestens sechswöchiges halb- bis ganztägiges Praktikum in einem Betrieb in der Nähe der Adaptionseinrichtung auf. Das Praktikum dient Ihnen dazu, berufliche Perspektiven im Hinblick auf eine Wiedereingliederung zu entwickeln. Es geht darum, dass Sie ein eigenes Bild von Ihren Stärken und Schwächen entwickeln und Ihren Maßstab für An- und Überforderung kennenzulernen. So können Sie anschließend passgenauer für sich auf Jobsuche gehen.

Ein zweiter Fokus in dieser Phase liegt auf der aktiven Wohnungssuche. Wo wollen Sie wohnen? Wie wollen Sie wohnen? Welche Hobbies möchten Sie von dort aus ausüben können?

Ein dritter Fokus liegt auf der Reflexion und Verfolgung Ihrer weiteren Ziele und Vorstellungen unter Berücksichtigung Ihrer Bedenken, Konflikte, fehlenden Kenntnisse und/oder Fähigkeiten. In gemeinsamen Gesprächen mit Ihrem Betreuer arbeiten Sie hieran.

Berufsorientierung schließt die Arbeit am Computer mit ein.
Zur Vorbereitung aufs Berufsleben gehört auch die Arbeit am Computer.

Phase 3: Ablösung

Die letzten vier Wochen nutzen Sie für die aktive Ablösung aus der Adaptionseinrichtung und der Aufnahme Ihrer vollständigen Eigenständigkeit. 

  • Sie intensivieren die Wohnungssuche und schließen diese erfolgreich ab.
  • Sie forcieren zudem die Suche nach einem Arbeitsplatz um im Idealfall zeitnah, nach Abschluss Ihres Aufenthaltes in der Adaptionseinrichtung, einer geregelten Tätigkeit nachzugehen. 
  • Sie nehmen Kontakt auf zu einer ambulanten Suchtberatung mit Nachsorge und Weiterbehandlung. Sie terminieren erste Gespräche und Treffen. 
  • Sie nehmen Kontakt auf und schließen sich einer Selbsthilfegruppe in Ihrem neuen Wohnungsumfeld an. 
  • Wünschen Sie sich weitere betreuende Maßnahmen (psychologische Betreuung durch eine/n Psychotherapeuten/in) oder Ausgestaltung Ihrer Freizeit, so nehmen Sie auch für diesen Bereich erste Schritte vor. 

(Möglicher) Rückfall

Wir bieten Ihnen einen suchtmittelfreien Behandlungsrahmen und erwarten von unseren Patienten, dass sie sich daranhalten. Sollten Sie während der Behandlung den Wunsch oder Druck verspüren, Alkohol konsumieren oder stimmungsverändernde Medikamente einnehmen zu wollen, wünschen wir uns, dass Sie sich uns anvertrauen und vor einem Rückfall mit uns sprechen.

Kommt es dennoch während der Behandlung zu einem Rückfall, besprechen wir gemeinsam mit Ihnen die Möglichkeiten und Bedingungen einer Weiterbehandlung.

Geheimhalten, wegschauen, verleugnen und verharmlosen unterstützt den Suchtverlauf, anstatt ihn zum Stillstand zu bringen. Zu einem verantwortungsvollen, ernstzunehmenden Umgang mit der eigenen Suchterkrankung und die der Mitpatienten gehört das sofortige Ansprechen in der Therapiegruppe, wenn Sie Kenntnis von Rückfällen von Mitpatienten haben.