Rehabilitationsmedizinische Diagnostik

Aufgaben der Rehabilitationsdiagnostik

Die Aufgabe einer angemessenen Rehabilitationsdiagnostik für die Behandlung von Patienten mit psychischen / psychosomatischen Störungen besteht darin, die Einschränkungen und die Potenziale auf den verschiedenen Ebenen, d. h. Schädigungen / Funktionsstörungen, Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen der Partizipation zu beschreiben, die Kontextfaktoren und die Wechselbeziehungen zwischen den Ebenen zu analysieren und diese Informationen für eine individuelle Rehabilitationsplanung zu nutzen.

Hinsichtlich der Kontextfaktoren kommt geschlechtsspezifischen Aspekten gerade bei der Rehabilitation von Patienten mit psychischen Erkrankungen eine besondere Bedeutung zu und sie werden im diagnostischen Prozess gezielt berücksichtigt.

Zu Beginn, d. h. noch am Aufnahmetag, im Verlauf und am Ende der Rehabilitation wird eine Rehabilitationsdiagnostik durchgeführt. Zeitnahe diagnostische Befunde, die vor der Rehabilitation erhoben wurden, sind zu berücksichtigen. Die Schädigungen, Fähigkeitsstörungen und die drohenden oder manifesten Beeinträchtigungen sowie die Risikofaktoren sind zu beschreiben und zu bewerten.

Bestandteile der Diagnostik

Die Diagnostik umfasst obligatorisch

  • medizinische, soziale und biographische Anamnese
  • eingehende somatische Untersuchung (inkl. relevanter Laborparameter) zur Aufnahme, zur Entlassung und bei Indikationsstellung auch als Zwischenuntersuchung
  • psychische und somatische Beschwerden, psychosoziale Belastungsfaktoren
  • psychologische Diagnostik einschließlich einer psychometrischen Basisdiagnostik
  • Feststellung des psychopathologischen Befunds (nach ICD-10)
  • Verhaltens- und Problemanalysen

Im Rahmen unseres Therapiekonzeptes kommt der Psychodynamik sowie den Verhaltens- und Problemanalysen ein besonderer Stellenwert für die konkrete Therapieplanung zu.

Die psychologische Diagnostik bezieht sich auf

  • Persönlichkeits- und Leistungsaspekte
  • beziehungsspezifische Konflikte
  • zentrales unbewusstes Beziehungskonfliktthema (ZBKT, Luborsky u. Kächele 1988)
  • die Bereiche Depression, Angst, Schmerz und somatoforme Störungen
  • Krankheitsbewältigung und Copingmechanismen
  • Körperschemastörungen

Ein weiterer diagnostischer Bereich umfasst die Erhebung und Bewertung von Aspekten der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, der salutogenen Faktoren und der sozialen Integration.

Computergestützte psychodiagnostische Auswertungen von eingesetzten Fragebogenverfahren ermöglichen es den Therapeuten in der Wittekindklinik, Ergebnisse zeitnah zu Beginn der Behandlung, im Rahmen der Abschlussdiagnostik und gegebenenfalls auch intermediär mit einzubeziehen.