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Prostatakrebs-Chirurgie

Neben anderen Behandlungsmöglichkeiten ist auch die operative Entfernung der Prostata (Prostatektomie) eine Therapieoption.

Die radikale Prostatektomie, also eine komplette Entfernung der Prostata und der Samenblasen, gilt als Standard-Behandlung bei einem lokal begrenzten Prostatakarzinom. Ist der Prostatakrebs auf die Vorsteherdrüse beschränkt, lässt sich mit der Prostatektomie der Krebs vollständig entfernen. Üblicherweise werden bei dieser Operation auch die beiden Samenblasen sowie Lymphknoten aus der Umgebung der Prostata entfernt. Diese sogenannten „regionalen Lymphknoten“ werden als die ersten Filterstationen für eine Ausbreitung der Erkrankung im Körper angesehen.

Ziel: Heilung und Erhaltung von Harnkontinenz und Erektionsfähigkeit

Im Frühstadium, wenn der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose noch auf die Prostata beschränkt ist, liegen die Heilungsaussichten bei 90 %, also neun von zehn Erkrankten sind nach fünf Jahren noch am Leben. Wird der Tumor erst spät entdeckt oder kann die Erkrankung trotz Behandlung nicht gestoppt werden, breitet sich der Tumor in benachbartes Gewebe aus und entwickelt Metastasen – zunächst in den Lymphknoten des Beckens, dann in anderen Organsystemen des Körpers. Eine Heilung ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Wie lange ein Patient mit metastasiertem Prostatakrebs überleben kann, ist abhängig von der Bösartigkeit des Tumors und von der Art der Metastasierung[1].

Die radikale Prostatektomie ist eine Therapie mit heilender Absicht, die zum Ziel hat, den Tumor vollständig im Gesunden zu entfernen. Sie sollte deshalb vor allem bei Prostatakarzinomen eingesetzt werden, die sich sehr wahrscheinlich restlos entfernen lassen. Dies ist der Fall, wenn die Ränder des entfernten Gewebes tumorfrei sind und noch keine Metastasen vorliegen. Neben der Heilung ist das Ziel, die Harnkontinenz und die Erektionsfähigkeit zu erhalten.

Operationstechniken bei Prostatakrebs

Die Prostatektomie ist eine komplizierte Operation. Das liegt daran, dass die Prostata von Knochen umgeben tief im Becken liegt und damit deutlich schwerer zugänglich ist als z.B. der Blinddarm. Bei der Entscheidung für oder gegen die komplette Entfernung der Prostata sind PSA-Wert, Ergebnisse der Gewebeprobe (Prostatabiopsie), wie der Gleason-Score, sowie spezielle Tabellen (Nomogramme) maßgebend. Die Paracelsus Klinik Golzheim bietet zwei verschiedene Operationstechniken an:

  • Die offen-chirurgische vollständige Entfernung der Prostata, die sogenannte radikale retropubische Prostatektomie. Dabei wird die Prostata durch einen kleinen Unterbauchschnitt entnommen.
  • Die minimal-invasive, roboterassistierte Operation mit dem Da Vinci®-Operationssystem. Mit dem weltweit modernsten laparoskopischen OP-System nimmt der Operateur den Eingriff mithilfe eines Operationsroboters vor, der über mikrochirurgische Instrumente und ein Kamerasystem verfügt, welches ein dreidimensionales und bis vierzigfach vergrößertes Bild des Operationsgebietes liefert.

Die Paracelsus Klinik Golzheim bietet beide Verfahren an, um die guten Ergebnisse im Hinblick auf Krebsheilungsrate, Kontinenz und Potenz zu erzielen. Die jeweilige Operationsmethode kann so auf das individuelle Krankheitsbild jedes Patienten angepasst werden. Für die meisten Patienten sind beide Verfahren gleich gut anwendbar.

Nach dem Eingriff

Nach dem Entfernen der Prostata wird das penisseitige Ende der Harnröhre wieder mit dem blasenseitigen Harnröhrenstumpf vernäht, wodurch das Wasserlassen normal erfolgen kann. Bis zum Abheilen dieser Verbindung trägt der Patient einen Katheter. Nach dem Entfernen des Katheters kommt es häufig vor, den Harnabfluss nicht sofort steuern zu können. Der Patient ist zunächst harninkontinent und muss eine Vorlage zum Aufsaugen des unkontrolliert abgehenden Urins tragen. Wie lange dieser Zustand anhält, ist unterschiedlich und hängt von mehreren Faktoren ab, wie Alter und körperliche Verfassung des Patienten. Manche Patienten sind sofort nach der Operation wieder kontinent, bei anderen kann es Wochen oder Monate dauern.


[1] vgl.: www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/therapie/erkrankungsverlauf.html (24.05.2024)