Fachbereich

Anästhesie

Ohne die Anästhesie (altgriechisch: Empfindungslosigkeit) wären moderne Operationsverfahren kaum denkbar. Bereits seit dem 19. Jahrhundert verwenden Mediziner Narkosemittel zur Schmerzausschaltung. Seither schreitet die Entwicklung der Anästhesie stetig voran.

Ziel der modernen Anästhesie ist nicht nur die Ausschaltung von Schmerzen und Stress, sondern auch die lückenlose Überwachung und Sicherung lebensnotwendiger Körperfunktionen während und nach einem chirurgischen Eingriff. Wir führen jährlich mehr als 5.000 Narkosen durch mit einem hohen Anteil an Regionalanästhesieverfahren (diese in Kombination mit einer Vollnarkose oder als alleiniges Verfahren). Unser hochqualifiziertes Team aus Fachärzten und Pflegekräften betreut Sie in sechs OP-Sälen und im Aufwachraum. Alle Räume sind mit modernsten Narkose- und Überwachungsgeräten ausgestattet.

Unsere Klinik ist von der Bremer Ärztekammer als Weiterbildungsstätte anerkannt. Die Weiterbildungsbefugnis für den Fachbereich Anästhesie wurde für 18 Monate erteilt.

Qualifiziertes Anästhesie-Fachpersonal betreut den Patienten während des Eingriffs im Operationssaal und anschließend im Aufwachraum. Alle Räume sind mit modernsten Narkose- und Überwachungsgeräten nach dem Medizinproduktgesetz (MGP) ausgestattet. Um die Gefahren der Narkose möglichst gering zu halten, wird die Narkose sorgfältig auf die Besonderheiten des Patienten und des vorgesehenen Eingriffs abgestimmt. Zahlreiche Sicherheitskontrollen minimieren die Risiken der Narkose und beugen Unverträglichkeitsreaktionen zusätzlich vor.

Vor lange geplanten Eingriffen mit größerem Blutverlust, wie zum Beispiel bei Hüftoperationen, ist eine Eigenblutentnahme möglich. Diese erfolgt in der Regel drei bis vier Wochen und nochmals zehn Tage vor dem Operationstermin.

Die Fachabteilung Anästhesie ist als Weiterbildungsstätte für Ärztinnen und Ärzte zugelassen

Leistungsspektrum

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Um das optimalste und risikoärmste Narkoseverfahren für unsere Patienten planen und festlegen zu können, führen wir 7 bis 14 Tage vor der geplanten Operation ein Narkosevorgespräch (Prämedikation) mit Ihnen in unserer Ambulanzsprechstunde.
Diese erreichen Sie unter der Telefonnummer 0421 4683 – 0.

Ziel des Prämedikations-Gespräches
Wir klären Sie über die möglichen Narkoseverfahren auf und schildern Ihnen den Ablauf der Narkose. Um Sie über Ihre individuellen Risiken aufzuklären, benötigen wir Informationen über Ihre Vorerkrankungen, Ihrer Dauermedikation und Vor-Operationen.

Das Vorgespräch bietet Ihnen die Möglichkeit, Fragen zum Ablauf der Narkose zu stellen und soll Ängste und Sorgen nehmen, damit Sie möglichst stress- und angstfrei zur Operation kommen.
Wir besprechen mit Ihnen außerdem, wie Sie Ihre Medikamente vor und nach der Narkose/Operation einnehmen sollen.

Was muss ich zum Prämedikations-Gespräch mitbringen?

  • den ausgefüllten Narkose-Fragebogen (erhalten Sie in der Praxis Ihres Operateurs)
    Bitte lesen Sie diesen bereits zu Hause sorgfältig durch und beantworten Sie die Fragen gewissenhaft!
  • aktuelle Labor- und EKG-Befunde
  • aktuelle Medikamenten-Liste

Wenn vorhanden:

  • Allergiepass
  • Anästhesieausweis
  • Herzschrittmacher-Pass
  • Befunde von Ihrem Hausarzt über Vorerkrankungen, wie z.B.
    • Herzerkrankungen (Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche,…)
    • Lungenerkrankungen (COPD, Asthma, Schlaf-Apnoe-Syndrom)
    • Nierenerkrankungen (Niereninsuffizienz, Dialyse)
    • Gefäßerkrankungen (Schlaganfall, Thrombose)
    • Stoffwechselstörungen (Diabetes mellitus

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Bei der Vollnarkose werden sämtliche Empfindungen, auch die Schmerzwahrnehmung des Gehirns ausgeschaltet

  • Balancierte Anästhesie: die Narkose wird in der Regel intravenös eingeleitet und mit einem Narkosegas fortgesetzt
  • Total-intravenöse-Anästhesie (TIVA): die Narkose wird intravenös eingeleitet und damit auch fortgesetzt

Folgende Formen der Narkose-Beatmung kommen zum Einsatz:

  • Maskenbeatmung
  • Larynxmaske (Kehlkopfmaske)
  • endotracheale Intubation

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Bei der Regionalanästhesie wird die Schmerzweiterleitung aus einer bestimmten Körperregion zum Gehirn verhindert. Dazu werden die entsprechenden Nerven rückenmarksnah oder ultraschallgesteuert peripher mit einem örtlichen Betäubungsmittel blockiert.

  • Rückenmarksnahe Regionalanästhesie:
    • Spinalanästhesie (SPA)
    • Epiduralkatheter (EDK) zur Schmerztherapie

Diese Verfahren werden für Operationen an der unteren Körperhälfte eingesetzt (Hüft-und Kniegelenkendoprothesen, Kreuzbandplastiken, Umstellungsosteotomien, Fußchirurgie).
Um möglicherweise für Sie unangenehme Geräusche auszublenden, können Sie während der Operation Musik hören oder ein Schlafmittel bekommen.

Ultraschallgesteuerte periphere Regionalanästhesie:

  • Blockaden der Nerven im Halsbereich für Schulter-OPs
  • Blockaden der Nerven in der Achselhöhle für Unterarm- und Hand-OPs
  • Blockaden der Nerven in der Leiste für Hüft-, Knie- und Fuß-OPs
  • Blockaden des Ischias-Nerv für Knie-, Unterschenkel- und Fuß-OPs

Zum Auffinden der zu betäubenden Nerven verwenden wir ein hochmodernes Ultraschallgerät. Damit lassen sich Nerven und deren umliegende Gewebestrukturen, sowie die Spezialkanüle und das örtliche Betäubungsmittel darstellen. Das Risiko einer Fehlpunktion, oder einer Nervenverletzung lässt sich so stark reduzieren. Die Punktion ist zudem nahezu schmerzfrei.

Wir bieten Ihnen die Durchführung der Vollnarkose in Kombination mit einer Regionalanästhesie an. Mit diesem Verfahren können wir die Nebenwirkungen der Vollnarkose reduzieren und ein schmerzarmes Aufwachen ermöglichen.

Weitere wichtige Informationen finden Sie hier auf einen Blick.

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Für eine optimale Schmerztherapie direkt nach der Operation erstellen wir einen individuell angepassten Medikationsplan (Schmerzmedikamente).

Es erfolgt bereits im Aufwachraum eine kontinuierliche Messung und Dokumentation der Schmerzstärke. Dies wird auf den Stationen fortgeführt und die Schmerzmedikation wird dem Befund entsprechend angepasst und verabreicht. Zusätzlich erfolgt nach größeren Operationen und bei Patienten, die eine Regionalanästhesie erhalten haben, am OP-Tag eine Akutschmerzvisite durch den Anästhesisten.

Im weiteren postoperativen Verlauf wird die Schmerzvisite durch eine speziell ausgebildete Pflegekraft (Pain-Nurse) und/oder den Anästhesisten durchgeführt um die Akutschmerztherapie bestmöglich anzupassen und somit die Heilung und Mobilität zu fördern.

Für die postoperative Akutschmerztherapie werden auch regelhaft kontinuierliche Verfahren zur Leitungsanalgesie (EDK, periphere Schmerzkatheter) eingesetzt.

Des Weiteren kommt die Patienten-kontrollierte Analgesie (PCA-Pumpen) bei sehr schmerzhaften Operationen, bei denen eine zusätzliche Regionalanästhesie nicht möglich ist, zum Einsatz.

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PBM – Der sorgsame Umgang mit Blut

Im Oktober 2018 wurde das patientenzentrierte Gesamtkonzept Patient Blood Management eingeführt.

Für uns steht die Patientensicherheit an erster Stelle. Die Erkenntnis, dass eine Blutarmut im Rahmen einer Operation das Risiko für das Auftreten von Komplikationen erhöht, hat uns motiviert, dieses Konzept einzuführen.

In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit prüfen wir im Vorfeld einer großen Operation, ob eine Blutarmut (Anämie) vorliegt. Häufig ist der Grund ein Eisenmangel, welcher sich durch Eisengabe verbessern lässt und die Blutbildung angeregt wird. Außerdem soll der Blutverlust während und nach der Operation minimiert werden. Auf eine funktionierende Blutgerinnung wird geachtet, der Patient wird im OP gewärmt und der Operateur stillt Blutungen sorgfältig. Nur in medizinisch begründeten Fällen und nach einer standardisierten Indikationsprüfung wird die wertvolle Ressource Blut eingesetzt.

Hier finden Sie ein Erklärungs-Video.

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