Hypospadie

Die Hypospadie kann aus drei Anomalien bestehen:

  1. einer unvollständigen Anlage der Harnröhre (die Harnröhrenöffnung befindet sich nicht an üblicher Stelle)
  2. und einer dorsalen Vorhautschürze (die Vorhaut ist auf einer Seite länger als üblich) sowie
  3. einer ventralen Deviation (Verkrümmung) des Penisschaftes (Chorda).

Diese Fehlbildung kommt bei neu geborenen Jungen relativ häufig (ca. ein Kind von 300 bis 400) vor und wird in der Regel bereits kurz nach der Geburt festgestellt.

Man unterscheidet verschiedene Ausprägungen der Fehlbildung: In vielen Fällen ist die Harnröhre nur leicht verkürzt und endet unterhalb der Eichel. Es ist jedoch auch möglich, dass die Harnröhre am Penisschaft oder am Hodensack liegt.

Je nach Schweregrad der Hypospadie haben die Betroffenen Schwierigkeiten beim Wasserlassen (der Harnstrahl wird nach unten oder hinten oder zur Seite hin abgelenkt), Probleme beim Ejakulieren, und je nach Verkrümmung kann es zu Schmerzen bei der Erektion und beim Geschlechtsverkehr kommen. Nicht zu unterschätzen ist auch die psychische Belastung für den Betroffenen, die mit dem „anderen“ Aussehen des Penis verbunden sein kann: Wenn der Penis verkrümmt ist und die Harnröhre an einer anderen Stelle mündet, sind die Betroffenen oft verunsichert oder schämen sich für ihr vermeintliches Defizit.

Indikationen für eine operative Korrektur können funktionelle Defizite oder kosmetische Aspekte sein. Ziele eines Eingriffs sind:

  • die Aufrichtung des Penis (Begradigung)
  • die Rekonstruktion der Harnröhre (Urethra), das heißt: die Verlagerung der Harnröhrenmündung in die Eichel
  • die Rekonstruktion der Eichel(Glans)
  • eine plastische Korrektur der Penishaut

Welches OP-Verfahren am besten geeignet ist, kann häufig erst während der Operation entschieden werden. Es wird empfohlen, zwischen dem zwölften und dem 18. Lebensmonat des Kindes zu operieren.