Extrakorporale Stoßwellentherapie

Die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWL) ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Beseitigung von Harnsteinen. Dieses Verfahren ermöglicht eine äußerst schonende und risikoarme Entfernung der Harnsteine. Es handelt sich dabei um eine Behandlung, die von außen auf den Körper wirkt, es erfolgt also kein chirurgischer Eingriff. An der Paracelsus-Klinik Golzheim steht eine Lithotrypsieeinheit modernster Bauart zur Verfügung.

Was ist eine ESWL?

Bei der ESWL werden die Steine mit Hilfe von Stoßwellen zertrümmert. Die Stoßwellen werden außerhalb des Körpers (extrakorporal) erzeugt und unter Röntgen- oder Ultraschallkontrolle exakt auf den Stein hin gerichtet. Die Stoßwelle geht durch das Gewebe hindurch, trifft auf den Stein und lässt ihn in sandkorngroße Bestandteile zerfallen. Das Elegante dieser Methode besteht darin, dass das Gewebe des Körpers nur minimalen Druckunterschieden ausgesetzt ist. Trifft die Stoßwelle jedoch auf den Stein (Lithos) zerfällt dieser aufgrund hoher Druckunterschiede. Hierdurch erklären sich die überaus geringen Gewebeschädigungen dieser Methode und ihre niedrige Komplikationsrate.

Die winzigen Trümmer gehen auf natürlichem Wege mit dem Urin ab. Unter Umständen wird vorübergehend eine Harnleiterschiene eingesetzt, um den Abfluss des Urins sicherzustellen.

Die ESWL wurde erstmals erfolgreich Anfang der achtziger Jahre eingesetzt. Erfunden wurde sie in Deutschland und ist seither weltweit millionenfach eingesetzt.

Wie verläuft eine ESWL-Behandlung?

  • Die stationäre Aufnahme erfolgt am Tag der Behandlung oder am Tag zuvor.
  • Zu Beginn der Behandlung geben wir unseren Patienten ein Schmerzmittel und ein Beruhigungsmittel. Auf Wunsch ist eine Vollnarkose möglich.
  • Der Eingriff selbst dauert zwischen 30 und 60 Minuten.
  • Nach Lagerung auf dem Behandlungstisch erhält der Patient eine Infusion, ein EKG, eine automatische Blutdruckmanschette und eine Sauerstoffmesssonde zur Kreislaufüberwachung. Die Ortung des Steines erfolgt mittels Ultraschall und Röntgen, anschließend wird ein Silikonkissen an den Körper angekoppelt. Hierunter verbirgt sich die eigentliche Stoßquelle. Nach dem Ankoppeln sollte der Patient so ruhig und entspannt wie möglich liegenbleiben. Damit das Abschalten leichter fällt, erhalten unsere Patienten ausreichend Schmerzmittel sowie Musik über Kopfhörer.
  • Die Patienten können bereits wenige Stunden nach dem Eingriff normal essen und trinken.
  • In der Regel können wir unsere Patienten bereits am Tag nach der Behandlung entlassen. Wenn eine Wiederholungsbehandlung notwendig ist, verlängert sich der Aufenthalt entsprechend.
  • In den Tagen nach dem Eingriff sollte der Patient sich viel bewegen und viel trinken, um so das Ausscheiden der Steinfragmente zu erleichtern.
  • Sofern eine Harnleiterschiene eingesetzt wurde, wird diese etwa eine Woche später vom niedergelassenen Urologen entfernt.

Wann kann eine ESWL-Therapie nicht eingesetzt werden?

Im Prinzip kann die ESWL im gesamten Harntrakt angewandt werden. Ausnahme bilden jedoch besonders große oder besonders harte Steine. Diese Steine lassen sich sehr gut im Rahmen einer Harnleiterspiegelung entfernen. Auch Steine unklarer Lage können so nicht behandelt werden, da das Zentrum der Stoßwelle sich nur unzureichend auf den Stein fokussieren lässt.